Der ERA-Bereich
Der Horizont-Europa-Bereich "Reformierung und Stärkung des europäischen Forschungs- und Innovationssystems" (englisch Reforming and Strengthening the European Research and Innovation System) wird kurz ERA-Bereich genannt. ERA steht für European Research Area, für den "Europäischen Forschungsraum". Ziel des ERA-Bereichs ist es, einen Beitrag zur Umsetzung der Prioritäten des Europäischen Forschungsraums zu leisten.
Die Ziele und Themen des ERA-Bereichs
Den Europäischen Forschungsraum zu stärken und weiterzuentwickeln, ist Ziel aller Fördermaßnahmen des ERA-Bereichs. Der politische Rahmen für dieses Ziel wird durch die Mitteilung "Ein neuer EFR für Forschung und Innovation" und die beiden Empfehlungen des Rates zu einem "Pakt für Forschung und Innovation in Europa" und zu einer "politischen Agenda für den Europäischen Forschungsraum" vorgegeben.
Die aktuellen Ausschreibungsthemen dienen dabei insbesondere der Umsetzung der von den Mitgliedstaaten 2021 gemeinsam definierten European Research Area Policy Agenda (EPA), für das Arbeitsprogramm 2026-2027 ist die EPA 2025–2027 maßgeblich. Über die aktuelle Agenda, die konkreten Maßnahmen und den Stand der Umsetzung informiert die European Research Area Platform. Der ERA-Bereich von Horizont Europa umfasst im aktuellen Arbeitsprogramm Maßnahmen, die zu verschiedenen Schwerpunkten der EPA 2025–2027 beitragen. Dabei wird ein breites Themenspektrum abgedeckt, zu dem unter anderem die Geschlechtergleichstellung in Forschung und Innovation, die Attraktivität von Forschungskarrieren, die Valorisierung von Wissen, Open-Science-Praktiken, das Vertrauen in die Wissenschaft, die Reform der Forschungsbewertung und die Integrität und Ethik in Forschung und Innovation gehören.
Die Umsetzung des ERA-Bereichs.
Das Budget des Programmbereichs beläuft sich auf zirka 440 Millionen Euro. Einmal pro Jahr wird eine Ausschreibung im Funding & Tenders Portal veröffentlicht. Die Ausschreibungsthemen ("topics") und die Programmziele sind im Arbeitsprogramm festgehalten.
Die Ausschreibungsthemen werden durch einen Programmausschuss bestimmt, in dem Europäische Kommission und Mitgliedstaaten zusammenarbeiten. Die Ausschreibungsthemen sind festgelegt, das heißt das Spektrum der Förderung ist klar umrissen (Top-down-Ansatz). Gefördert werden überwiegend sogenannte Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (Coordination and Support Actions, CSA). Forschungs- und Innovationsmaßnahmen (Research and Innovation Actions, RIA) werden im ERA-Bereich seltener ausgeschrieben. Die Mehrzahl der Ausschreibungsthemen erfordert, dass ein Konsortium gebildet wird.
Aufgrund seines besonderen Charakters und seiner politischen Ziele werden im ERA-Bereich auch konkrete Förderempfänger vorab festgelegt, Aufträge für Dienstleistungen vergeben oder auch Expertengruppen gefördert. Das heißt, dass einige Maßnahmen nicht über offene Ausschreibungen umgesetzt werden.
Das Arbeitsprogramm besteht aus zwei Programmbereichen – "Ausweitung der Beteiligung und Verbreitung von Exzellenz" (Widening) und "Reformierung und Stärkung des europäischen Forschungs- und Innovationssystems" (ERA).
Die Nationale Kontaktstelle EFR berät zu Fördermöglichkeiten im ERA-Bereich.