Flaggen europäischer Länder sowie die EU-Flagge wehen im Wind

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Forschungs- und Innovationspolitik der EU, Europäischer Forschungsraum

Forschung ist international. Kein Land kann große gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klimawandel, den Kampf gegen Krankheiten oder die Sicherung der Energieversorgung allein bewältigen. Die EU als supranationale Organisation bietet ihren Mitgliedstaaten die Möglichkeit, sich in Forschung und Innovation auf gemeinsame Themen und Rahmenbedingungen zu verständigen und diese umzusetzen. Die Vielfalt der nationalen Forschungssysteme und nationalen Förderschwerpunkte bleibt dabei bestehen.

Die EU-Forschungs- und Innovationspolitik ist ein Spiegel der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen in Europa: Themen wie Digitalisierung, Innovation, Gesundheits-, Nahrungs- und Energieversorgung, regionale Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe beeinflussen die Inhalte und die Organisation von Forschung und Entwicklung in der EU. Forschung ist Faktenfinder und Problemlöser, liefert die Grundlage für politische Strategien, ist Wirtschaftsfaktor und Brückenbauer für internationale Beziehungen.

Der Europäische Forschungsraum hat zwei Dimensionen: Die Förderung der Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen und die Koordinierung der nationalen Forschungspolitiken. Aus der ersten Dimension haben sich seit 1984 die EU-Rahmenprogramme für Forschung und Innovation entwickelt (aktuell Horizont Europa). Aus Mitteln des EU-Haushalts werden hier konkrete Forschungs- und Innovationsprojekte über die Grenzen der EU-Mitgliedstaaten hinweg und mit Partnern aus der ganzen Welt gefördert. Das Rahmenprogramm ist das Hauptinstrument für die Umsetzung des Europäischen Forschungsraums. Horizont Europa ist mit einem Budget von umgerechnet rund 95,5 Milliarden Euro[1] für die siebenjährige Laufzeit das weltweit größte Forschungsförderprogramm. Dieses Budget ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was die Mitgliedstaaten selbst für Forschung und Innovation ausgeben. Die zweite Dimension der EU-Forschungspolitik ist die Dimension der nationalen Forschungspolitik. Hier geht es darum, die Forschungssysteme in den Mitgliedstaaten und die Schnittstellen zwischen den nationalen Systemen zu verbessern. Mit vier neuen Prioritäten setzen sich die EU-Mitgliedstaaten ambitionierte Ziele für die Zusammenarbeit im Europäischen Forschungsraum in der kommenden Dekade.

Forschung ist ein Wirtschaftsfaktor und damit auch Gegenstand der EU-Regional- und Strukturpolitik. Der Aufbau von Kapazitäten in Forschung und Innovation kann die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Lebensqualität in den europäischen Regionen erhöhen und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der EU steigern. Unterstützt wird dies durch die EU-Struktur- und Regionalfonds  in Ko-Finanzierung mit den Mitgliedstaaten. 

 

[1] In laufenden Preisen einschließlich 5,4 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbaufonds "NextGenerationEU".