Deutschland im Europäischen Forschungsraum

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

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Als größtes Forschungs- und Innovationssystem in der EU hat Deutschland eine besondere Verantwortung für einen dynamischen Europäischen Forschungsraum. Sowohl mit der Strategie der Bundesregierung zum Europäischen Forschungsraum als auch mit dem Förderprogramm "Die europäische Innovationsunion – Deutsche Impulse für den Europäischen Forschungsraum" setzt sich Deutschland aktiv für eine vertiefte Zusammenarbeit im Europäischen Forschungsraum ein.

Die Strategie der Bundesregierung zum Europäischen Forschungsraum

Der Europäische Forschungsraum ist eine gemeinsame Aufgabe der Union und der Mitgliedstaaten. Die deutsche Forschungspolitik und die Wissenschaftsorganisationen setzen sich aktiv für die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums ein.

Am 16. Juli 2014 verabschiedete das Bundeskabinett unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die "Strategie der Bundesregierung zum Europäischen Forschungsraum (EFR). Leitlinien und nationale Roadmap" – kurz "EFR-Strategie". Deutschland hat damit als erster Mitgliedstaat eine eigene nationale EFR-Strategie vorgelegt. Die Strategie wurde in enger Zusammenarbeit mit der Allianz der Wissenschaftsorganisationen formuliert. Sie enthält die politischen Leitlinien für Deutschlands Position im Europäischen Forschungsraum. Kern der Strategie ist die nationale Roadmap, die mehr als 40 konkrete Maßnahmen aufführt, die der Umsetzung des EFR dienen. Im "Bundesbericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung 2014 - 2016" wird der aktuelle Stand der Umsetzung der nationalen Strategie zum Europäischen Forschungsraum beschrieben.

Das Förderprogramm "Die europäische Innovationsunion – Deutsche Impulse für den Europäischen Forschungsraum"

Mit den Maßnahmen des nationalen Förderprogramms "Die europäische Innovationsunion – Deutsche Impulse für den Europäischen Forschungsraum" stärkt das BMBF gemeinsame europäische Forschung und Innovation. Hierfür stellt das BMBF – über das eigentliche finanzielle Engagement für den EFR hinaus – zusätzliche Ressourcen bereit, um die europäische Zusammenarbeit in Forschung und Innovation voranzutreiben.

Seit 2020 werden durch das Förderprogramm vielfältige Maßnahmen umgesetzt, die dem Ausbau europäischer Netzwerke und Wissenstransferstrukturen dienen und die Sichtbarkeit des EFR erhöhen. Die unterschiedlichen Aktionsfelder unterstützen eine vertiefte Zusammenarbeit im EFR, damit der EFR entscheidende Beiträge zur globalen Gesundheitsvorsorge, zu grünem Wachstum und zum digitalen Fortschritt liefern kann. Je ausgeprägter die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt im EFR sind, desto größer ist sein Innovationspotential.

Potenziale der Innovationsunion heben: Vernetzung ausbauen, Exzellenz verbreiten

Das Förderprogramm unterstützt das Engagement deutscher Akteurinnen und Akteure im und für den EFR. Ihre Vernetzung und Strategiefähigkeit werden gefördert. Maßnahmen des Förderprogramms unterstützen dabei auch gezielt Kooperationen mit forschungsschwächeren Staaten. Mit dem bereits 2016 gestarteten ERA-Fellowships-Programm liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Ausbau der Forschungssysteme dieser Staaten, indem dort Kompetenzen im Wissenschaftsmanagement aufgebaut werden.

Aus gemeinsamem Wissen Fortschritt schaffen

Strukturen für den Wissenstransfer auszubauen, ist ein weiterer Schwerpunkt des Förderprogramms. Erst die europäische Zusammenarbeit sichert nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit in wichtigen Technologiebereichen wie der Künstlichen Intelligenz, der Mikroelektronik, bei Höchstleistungsrechnern, bei Kommunikationssystemen, in der Material- und der Batterieforschung, bei Produktions- und Quantentechnologien und beim Ausbau von Dateninfrastrukturen. Das Förderprogramm unterstützt ein technologisch souveränes Europa, indem es die europäische Forschungszusammenarbeit und Vernetzung im Bereich von Schlüsseltechnologien gezielt fördert.

Den Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft europaweit stärken

Der EFR wird zum Motor für Wandel, wenn Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aktive Partner dabei sind, Wissen zu gewinnen und zu verbreiten. Dafür braucht der EFR über Ländergrenzen hinweg eine breite Beteiligung aller relevanten Stakeholder inklusive der Bürgerinnen und Bürger.

Den EFR stärker in der Gesellschaft zu verankern und das Engagement der Forschenden für den EFR zu sichern, sind die Ziele des Förderprogramms, die mit einer Kampagne zum EFR ebenso wie mit dem Ralf-Dahrendorf-Preis für den EFR umgesetzt werden. Beide machen die Exzellenz und den hohen Mehrwert gemeinsamer europäischer Forschung sichtbar. Sie schaffen Anerkennung für die Forschenden und stärken das herausragende Engagement, von dem ein erfolgreicher EFR lebt.

Aktuelle Ausschreibungen des Förderprogramms finden sich auf den Seiten des BMBF.