Neue Förderrichtlinie zur Stärkung deutscher Koordinationen in Horizont Europa

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gesteckt sind.

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Im Rahmen des 2020 in Kraft getretenen Förderprogramms "Die europäische Innovationsunion – Deutsche Impulse für den Europäischen Forschungsraum (EFR)" wird das BMBF voraussichtlich im Frühjahr 2021 mit einer neuen Förderrichtlinie Hochschulen, Forschungseinrichtungen und kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) beim Auf- und Ausbau ihrer europäischen Netzwerke unterstützen.

Die neue Förderrichtlinie wird deutsche Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, gemeinsam mit Forschungspartnern Projektvorschläge für Verbundvorhaben in Horizont Europa zu erstellen, konkret für die thematischen Cluster im Bereich "Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas". Die Förderrichtlinie unterstützt die deutschen Forschungsakteure, die sich dem Auf- und Ausbau europäischer Forschungsnetzwerke in federführender Position annehmen, das heißt als geplanter Koordinator eines Verbundvorhabens in Horizont Europa. Der Pfeiler "Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas" setzt sich aus folgenden Clustern zusammen

  • Gesundheit;
  • Kultur, Kreativität und eine inklusive Gesellschaft;
  • Zivile Sicherheit für die Gesellschaft;
  • Digitalisierung, Industrie und Raumfahrt;
  • Klima, Energie und Mobilität;
  • Ernährung, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt.

Geplante Förderrichtlinie – Das Wichtigste in Kürze

Deutsche Hochschulen, Forschungseinrichtungen und KMU können zukünftig eine Förderung von in der Regel maximal 50.000 Euro über maximal 12 Monate beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beantragen, wenn sie in koordinierender Rolle ein Konsortium aufstellen und gemeinsam mit Forschungspartnern einen Antrag für Verbundvorhaben für die thematischen Cluster im Bereich "Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas" (Pfeiler II) von Horizont Europa (HEU) erarbeiten. Auch die Vorbereitung von Anträgen für Verbundprojekte innerhalb Europäischer Partnerschaften, die dem zweiten Pfeiler thematisch zuzuordnen sind, ist inbegriffen.

Der Antragsteller soll als geplanter Koordinator des vorzubereitenden Verbundvorhabens tätig werden.

Voraussetzung für die Förderung ist eine absehbare Förderoption im zweiten Pfeiler von Horizont Europa. Gefördert werden Maßnahmen zur Konsortialbildung und zur gemeinsamen Entwicklung eines Projektvorschlags. Gefördert werden können dabei unter anderem Reise- und Aufenthaltskosten, die der Vernetzung und Zusammenarbeit mit potenziellen Konsortialpartnern dienen, die Umsetzung von Workshops sowie Personalkosten zur Koordinierung der Zusammenarbeit.

In der Auswahl werden unter anderem die Relevanz und Neuartigkeit des Vorhabens, die Passgenauigkeit mit einem Thema in Horizont Europa sowie auch die Pläne und Maßnahmen zur Konsortialbildung bewertet. Insbesondere die exzellenten Einrichtungen ohne bisherige Erfahrung in der Koordination von europäischen Verbundprojekten werden durch die Fördermaßnahme adressiert.