BMFTR fördert ERC Proof of Concept-Projekte mit einem Seal of Excellence

Was passiert mit exzellenter Forschung, die im Europäischen Forschungsrat (European Research Council - ERC) mit dem "Seal of Excellence" ausgezeichnet wird, aber aufgrund begrenzter ERC-Mittel keine Förderung erhält? 

Ausschnitt eines Computer-Keyboards. Ein Finger drückt auf eine Taste mit der Beschriftung "Forschungsförderung".

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Mit einer neuen Pilotmaßnahme unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) erstmals einige dieser Projekte in Deutschland bei der weiteren Entwicklung und Nutzung ihrer Projektergebnisse. Das BMFTR fördert in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt 18 Projekte, die im Rahmen der ERC-Förderlinie "Proof of Concept" (PoC) von bereits vom ERC geförderten Forschenden eingereicht und mit dem "Seal of Excellence" (SoE) ausgezeichnet wurden.

Das ERC-Siegel erhalten Projekte, die wegen ihrer hohen Qualität als förderwürdig bewertet werden, aber aufgrund begrenzter Mittel nicht mehr vom ERC gefördert werden können. Es bestätigt die Qualität der Vorhaben und soll den Zugang zu alternativen Fördermöglichkeiten erleichtern. Dies betrifft Förderangebote der EU, aber auch Förderangebote des Bundes und der Länder.

Das BMFTR unterstützt diesen Ansatz. Es hat die Förderung als Pilotmaßnahme konzipiert und ermöglicht den Forschenden somit die Umsetzung ihrer Projekte mit nationalen Mitteln. Eine notwendige Voraussetzung dafür ist, dass die Vorhaben einen Beitrag zu den Zielen der Hightech-Agenda Deutschland leisten. Die im ERC-Verfahren bereits erfolgte Begutachtung wird dabei anerkannt, auf eine erneute Begutachtung wird verzichtet. Dies ermöglicht ein deutlich beschleunigtes Bewilligungsverfahren.

Im Mittelpunkt der geförderten Projekte steht die Erkundung des Innovationspotenzials von Ergebnissen aus vorangegangenen ERC-Projekten sowie die Erschließung von Anwendungs- und Transfermöglichkeiten. Die Maßnahme unterstützt Forschende dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Blick auf ihre mögliche Nutzung in Gesellschaft und Wirtschaft weiterzuentwickeln und so eine Brücke zwischen exzellenter Forschung und potenziellen Anwendungsfeldern zu schlagen. Die 18 Projekte tragen in ihrer thematischen Ausrichtung zu folgenden sechs Schlüsseltechnologien der Hightech-Agenda Deutschland bei: Biotechnologie, Künstliche Intelligenz, Technologien für die klimaneutrale Mobilität, Quantentechnologien und Mikroelektronik. Sie haben eine Laufzeit von 12–18 Monaten, sind am 1. Juli 2026 bzw. 1. September 2026 gestartet und enden spätestens im Dezember 2027. Die Fördersumme beträgt bis zu 150.000 Euro pro Projekt.

Liste der geförderten Projekte
Akronym Vorhabentitel Förder­kenn­zeichen Projekt­start; Laufzeit Förder­summe (in €) Institution
HARVEST Entdeckung hochaktiver ribosomaler Peptide mittels gezielter Screening-Technologie 01DT26002 01.07.2026; 12 Monate 150.000,00 Leibniz Universität Hannover
Drone Detector Erkennung von Drohnen mittels eines passiven kostengünstigen Sensors 01DT26003 01.07.2026; 18 Monate 149.998,54 Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
AntigeNK Entwicklung eines neuen NK-Zell-basierten therapeutischen mRNA-Impfstoffs zur Verhinderung von Leukämierückfällen 01DT26004 01.07.2026; 12 Monate 149.970,56 Charité - Universitätsmedizin Berlin
LLMEVAL Entwicklung eines Prototypsystems für fehlerbewusste Datensatzkuration und -evaluation 01DT26005 01.07.2026; 18 Monate 149.984,59 Ludwig-Maximilians-Universität München
FlowFoundation KI-basierte Methoden in der Fertigungstechnik und Wissenschaft 01DT26006 01.07.2026; 12 Monate 144.812,50 Technische Universität München
GestureBraille Moderne Gestensteuerung für grafikfähige taktile Displays mittels radarbasierter Hand-Gestenerkennung und Positionsbestimmung 01DT26008 01.07.2026; 12 Monate 144.595,72 Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
TRAP Gezielte Modulation von zellulären DNA-Reparaturprozessen, an welchen das Enzym Poly-ADP-Ribose-Polymerase 1 (PARP1) beteiligt ist, zur Überwindung von Krebstherapieresistenz sowie zur Erweiterung von Krebstherapien, welche gezielt genetische Schwachstellen von Tumorzellen ausnutzen, um diese selektiv abzutöten 01DT26009 01.07.2026; 18 Monate 149.997,28 Technische Universität Dresden
ELECTRICON Mikroskalige elektrochemische additive Fertigung von metallischen Interconnects für zukünftige Elektronik 01DT26010 01.07.2026; 18 Monate 148.637,38 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
ClinXPlore Klinische Exploration eines neuartigen Diagnostiktests für Immundefekte in einem digitalen Forschungs-Klinik-Patienten-Ökosystem 01DT26011 01.07.2026; 18 Monate 149.990,00 Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmBH
SCOUT Modulation der Schädel-Hirn-Immunkanäle für eine präzise Schlaganfalltherapie: SCOUT (Skull–Channel Oriented ImmunoTherapy) 01DT26012 01.07.2026; 18 Monate 149.995,48 Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
SpineMag Entwicklung tragbarer Magnetospinographie: Neurobildgebung der nächsten Generation zur Untersuchung klinischer Schmerzmodelle 01DT26013 01.07.2026; 18 Monate 149.487,66 Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
ROS-PropRT Eigenschaftsbasierter Einsatz und Optimierung von Echtzeit-Roboterbetriebssystemen 01DT26014 01.07.2026; 18 Monate 147.096,78 Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
AMPALIS Assemblierung von Mikropartikeln mittels Automatisierung zur Langzeitinformationsspeicherung 01DT26015 01.07.2026; 18 Monate 149.701,32 Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
microLUMEN µLumen: Eine Neue Organ-on-Chip-Technologie 01DT26016 01.07.2026; 18 Monate 150.000,00 Universität Leipzig
SAFE Geschlechtsspezifische Regulation von Angstverhalten und Nahrungsaufnahme durch Leptin 01DT26017 01.07.2026; 18 Monate 150.000,00 Universität zu Köln
SPInSilC Spin-Photon-Interfaces auf einem Siliziumchip 01DT26018 01.07.2026; 18 Monate 149.999,96 Technische Universität München
AIMS KI-gestützte, übertragbare Workflows und Analysewerkzeuge für grafische Materialsimulationsumgebungen 01DT26019 01.09.2026; 16 Monate 149.083,44 Technische Universität Berlin
DIS-ASSEMBLE Membran-Oligos als hochstabile Barcoding-Technologie für multiplexierte Single-Cell RNASequenzierung 01DT26020 01.09.2026; 16 Monate 150.000,00 Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Geförderte Projekte im Förderkatalog des Bundes: Förderkennzeichen 01DT260* (das Projekt mit dem Förderkennzeichen 01DT26001 gehört nicht dazu).

Kontaktpersonen beim DLR Projektträger

Christian Schache
Telefon: 0228 3821-1465
E-Mail: christian.schache@dlr.de

Michaela Thorn
Telefon: 0228 3821-1538
E-Mail: michaela.thorn@dlr.de