Dr. Franzisca Zanker
Mit einem afrozentrischen Ansatz erforscht Franzisca Zanker politische Handlungsfähigkeit, Zugehörigkeit und Migration in Afrika – und liefert neue Impulse für die internationale Migrationsforschung.
Mit einem afrozentrischen Ansatz erforscht Franzisca Zanker politische Handlungsfähigkeit, Zugehörigkeit und Migration in Afrika – und liefert neue Impulse für die internationale Migrationsforschung.

Rainer Muranyi
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Wie verstehen Migrantinnen und Migranten ihre eigene politische Rolle? Das ERC-Projekt Polmig rückt ihre Perspektiven in den Mittelpunkt. Mit einem afrozentrischen Ansatz erforscht Franzisca Zanker politische Handlungsfähigkeit, Zugehörigkeit und Migration in Afrika – und liefert neue Impulse für die internationale Migrationsforschung.
Wollen wir uns vielleicht doch am Montag treffen, wenn sich der eine Termin verschiebt? Terminfindung ist und bleibt mein Endgegner. Der zweite Gedanken galt dann unseren Abrechnungen und dem Budget, und der dritte, dann endlich, einer interessanten Diskussion, die wir gerade haben.
Das wir Forschungsperspektiven ändern, eurozentrische Denkmodelle in Frage stellen, und in unserer Arbeit, die Beforschten – Migrant*innen selber – ins Zentrum stellen. Sie sind Koproduzenten unseres Wissens. Und natürlich: es geht hier um Afrika, nicht Europa. Und das bei dem Thema Migration!
In der Forschung lernt man meiner Meinung nach ziemlich schnell, dass die Ergebnisse fast nie so sind, wie man sie sich am Anfang eines Projekts vorgestellt hat. Daher sind Änderungen – sowohl inhaltlich als auch in der Durchführung – einfach normal. Trotzdem mache ich mir natürlich manchmal Gedanken, wie das alles funktionieren wird. Dabei ist meine Erfahrung, ein Projekt mitten in der Corona-Pandemie zu leiten, sehr lehrreich: Ich weiß noch, wie überzeugt ich Anfang März 2020 war, dass ich in einem Monat meine Feldforschung in Uganda beginnen würde. Dann kam alles ganz anders und es hat sich immer wieder verschoben und geändert. Im Rückblick habe ich dadurch gelernt, dass es irgendwie immer klappt, auch wenn sich die Ansätze verschieben. Vor allem, wenn man das Glück hat, mit Kolleg*innen zusammenzuarbeiten, die kreativ mitdenken.
Die besten Tage sind diejenigen, an denen wir uns als Team treffen, um Ideen auszutauschen und zu diskutieren. Wir sind gerade von unserer ersten Feldforschungsphase zurück und versuchen, regelmäßig Zeit zu finden, um uns mit bunten Stiften an große Papiere zu setzen und zu verschiedenen Themen zu skizzieren, was wir bisher herausgefunden haben, wo es Überschneidungen gibt und was wir in Zukunft erforschen wollen. Das gibt uns immer so viele Ideen für mögliche Papers und die Konzeptentwicklung. Und am Ende hat man das Gefühl, wir sind weitergekommen!
Die Chance, ein Projekt zu entwickeln, bei dem man nicht an Policy-Relevanz oder disziplinäre Enge denken muss, sondern sich wirklich überlegen kann: „Welche Frage wollte ich schon immer mal beantworten?” Und dann, durch den größeren Projektrahmen, das in einem tollen Team angehen zu dürfen, wo man auch mal neue innovative Ansätze ausprobieren kann – dafür bin ich dem ERC sehr dankbar.
Man sollte sich Zeit nehmen, um eine gute Idee zu entwickeln. Ich habe lange darüber nachgedacht, bevor ich die Zeit gefunden habe, das Ganze auf Papier zu bringen. Im Nachhinein hat mir diese Vorlaufzeit, glaube ich, sehr geholfen. Und dann sollte man jede Möglichkeit nutzen, um Feedback einzuholen: von Kolleg*innen, Expert*innen und Kritiker*innen des eigenen Themas sowie von Freund*innen oder der Familie. Jede Rückfrage, jedes Missverständnis und jede kritische Anmerkung helfen, die Idee konkreter und kohärenter zu machen.