Ein Wissenschaflter mit Brille und Mundschutz schaut auf ein Reagenzglas, in dem eine Flüssigkeit ist

Gemeinsame Forschungsstelle (JRC)

Die Gemeinsame Forschungsstelle (Joint Research Centre = JRC) ist der wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission. Das JRC unterhält sieben Forschungsinstitute in fünf Ländern und unterstützt mit seiner Forschung und seinem technischen Knowhow Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) arbeitet unabhängig von privaten oder wirtschaftlichen Interessen. Beim JRC handelt es sich um eine Geraldirektion der Europäischen Kommission. Geführt wird diese von einem Generaldirektor, seit 1. Januar 2014 hat dieses Amt Vladimir Šucha inne. Ende 2013 arbeiteten für das JRC 3068 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Drittel von Ihnen ist nur temporär am JRC beschäftigt z. B. als Trainee oder Gastwissenschaftler in einem der sieben JRC-Institute:

  • Institut für Umwelt und Nachhaltigkeit (IES), Ispra, Italien
  • Institut für Schutz und Sicherheit des Bürgers (IPSC), Ispra, Italien
  • Institut für Referenzmaterialien und -messungen (IRMM), Geel, Belgien
  • Institut für Transurane (ITU), Karlsruhe, Deutschland
  • Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz (IHCP), Ispra, Italien
  • Institut für Energie und Transport (IET), Petten, Niederlande
  • Institut für technologische Zukunftsforschung (IPTS), Sevilla, Spanien

Das JRC fungiert als Referenzzentrum für Wissenschaft und Technologie der Europäischen Kommission. Seine Aufgabe besteht darin, die Einrichtungen der EU und dabei insbesondere die EU-Kommission unabhängig und nachfrageorientiert mit evidenzbasierter Forschung und technischem Know-how im gesamten EU-Gesetzgebungsprozess zu unterstützen. Das JRC kooperiert eng mit den Generaldirektionen der Kommission und beschäftigt sich wissenschaftlich mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit indem neue Methoden, Instrumente und Standards entwickelt und erprobt werden. Enge Kooperationsbeziehungen bestehen mit Einrichtungen in den EU-Mitgliedstaaten, der wissenschaftlichen Community und einer steigenden Zahl internationaler Partner.

Am 10.12.2013 hat die Europäische Kommission das JRC-Arbeitsprogramm für 2014-2015 beschlossen. Dieses umfasst vor allem die direkten Maßnahmen der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) außerhalb des Nuklearbereichs im Rahmen von "Horizont 2020" und die direkten Maßnahmen der Gemeinsamen Forschungsstelle im Rahmen von Euratom für den Zeitraum 2014-2015. Der Durchführungsbeschluss umfasst eine ausführliche Beschreibung der Grundausrichtungen des Arbeitsprogramms sowie einen detaillierten Arbeitsplan. Inhaltlich gliedert sich das Arbeitsprogramm in sechs Themengruppen:

  1. Wirtschafts- und Währungsunion
  2. Binnenmarkt, Wachstum, Beschäftigung und Innovation
  3. Wirtschaft mit niedrigem CO²-Ausstoß, Umwelt und Ressourceneffizienz
  4. Landwirtschaft und globale Ernährungssicherheit
  5. Öffentliche Gesundheit und Sicherheit
  6. Nukleare Sicherheit und Sicherheitsüberwachung (Euratom-Programm) 

Neben der thematischen Ausrichtung, die eng an die in Horizont 2020 definierten gesellschaftlichen Herausforderungen angelehnt ist, betreibt das JRC Sondierungsforschung und arbeitet daran mittels vorausschauender Studien und Horizon-Scanning neue gesellschaftliche Herausforderungen frühzeitig benennen zu können. Das JRC wird außerdem seine Kapazitäten im Bereich der Modellierung und der Folgenabschätzung von Vorschlägen weiter ausbauen. Die Arbeit an der Entwicklung internationaler Normen und Standards gehört auch in Zukunft zu den Kernkompetenzen des JRC

Zur Wahrung seiner Exzellenz arbeitet das JRC weltweit mit zahlreichen öffentlichen und privaten Organisationen wie nationalen Forschungszentren, Universitäten, Kontrollbehörden, lokalen Behörden, Industrieverbänden und Unternehmen innerhalb von Netzwerken zusammen.

Für 2017 ist eine ausführliche Zwischenevaluierung der Aktivitäten des JRC und insbesondere seines Beitrages zur Umsetzung der Ziele von Horizont 2020 geplant.

Ausstattung

Für die Wahrnehmung seiner Aufgaben erhält das JRC aus Horizont 2020, dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation  für den Bereich nicht-nuklearer Aufgaben ein Budget in Höhe von 1,903 Mrd. Euro (in laufenden Preisen) für die Jahre 2013 bis 2020. Im Bereich nuklearer Aufgaben kommen aus dem Euratom-Programm voraussichtlich noch einmal 828 Mio. Euro für 2013 bis 2020 hinzu. Da das Euratom-Budget derzeit nur für den Zeitraum 2013-2018 verabschiedet ist, handelt es sich bei letzterem Wert um eine Schätzung, die von einer Fortschreibung des jährlichen Budgets für das JRC ausgeht. Darüber hinaus erwirtschaftet das JRC weitere 15 % seines Budgets über die Teilnahme an Kooperationsprojekten oder durch Aufträge Dritter selbst. Vorrangig arbeitet das JRC im Auftrag verschiedenster Generaldirektionen der Kommission. Weitere Informationen dazu, können auch dem detaillierten Arbeitsprogramm entnommen werden.

Das JRC verfügt über hochwertige Infrastrukturen, Laboreinrichtungen, Anlagen und hochmoderne Messinstrumente. Beispiele hierfür sind der High Flux-Reaktor, einer der stärksten Forschungs- und Testreaktoren in Europa oder der Van-de-Graaff-Beschleuniger, ein elektrostatischer Beschleuniger zur Produktion kontinuierlicher Protonen- Deuteronen- und Helium-Ionenstrahlen.

Kooperationsmöglichkeiten

Es bestehen folgende Kooperationsmöglichkeiten mit den Instituten des JRC:

  • Beteiligung an Aktivitäten des JRC über Calls for Tender
  • Hinzuziehen eines JRC-Instituts als Partner in einem EU-Projekt
  • Mitarbeit durch Entsendung als Nationale/r Experte/in
  • Mitarbeit durch Beteiligung an Stellenausschreibungen 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.jrc.ec.europa.eu