Blick in den zwei Kilometer langen Beschleunigertunnel des European XFEL

Forschungsinfrastrukturen

Forschungsinfrastrukturen spielen im Europäischen Forschungsraum und in der Innovationsunion eine essenzielle Rolle für die Generierung neuen Wissens und neuer Technologien und ihrer Verwertung. Sie stellen Forschungsmöglichkeiten und Dienste für Forscher in den gesellschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Bereichen, die von Horizont 2020 adressiert werden, zur Verfügung.

Allgemeine Darstellung

Zielsetzung

Zielsetzung des Programms "Forschungsinfrastrukturen" ist zum einen die Optimierung der Nutzung und nachhaltigen Entwicklung der besten in Europa vorhandenen Forschungsinfrastrukturen. Zum anderen wird ein signifikanter Beitrag zur Schaffung neuer Forschungsinfrastrukturen von gesamteuropäischem Interesse in allen Bereichen der Wissenschaft und Technik geleistet. Damit sollen die Wissensgemeinschaften in die Lage versetzt werden, wissenschaftliche Erkenntnisse und technologisches Know-how an der Spitze des Fortschrittes zu erzielen.

Definition der Forschungsinfrastrukturen

Unter Forschungsinfrastrukturen werden Einrichtungen, Anlagen, Ressourcen und Dienstleistungen verstanden, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller wissenschaftlich-technologischen Gebiete für die Forschung benötigt werden. Darunter fallen:

  • Großgeräte oder Instrumente für Forschungszwecke;
  • Wissensressourcen wie Sammlungen, Archive, strukturierte Informationen oder Systeme der Datenverarbeitung;
  • e-Infrastrukturen, wie Daten, vernetzte Rechnersysteme und Dienste;
  • sonstige für die wissenschaftliche Forschung genutzte Einrichtungen mit Alleinstellungsmerkmalen.

In diesem Programm sind nur Forschungsinfrastrukturen oder Infrastrukturnetze der Forschung förderfähig, die von besonderem Interesse für die Wissenschaft in Europa sind und einen signifikanten Beitrag zum Ausbau europäischer Forschungskapazitäten leisten.

Unter Horizont 2020 werden Fördermaßnahmen durchgeführt für

  • die Entwicklung neuer Forschungsinfrastrukturen, insbesondere im Rahmen des ESFRI-Prozesses;
  • die Vernetzung, Öffnung und Nachhaltigkeit bestehender Infrastrukturen sowie Innovationen in Forschungsinfrastrukturen;
  • die Unterstützung von Strategieentwicklung für Forschungsinfrastrukturen und internationaler Kooperation;
  • e-Infrastrukturen.
     

1. Entwicklung neuer Forschungsinfrastrukturen

Für neue Forschungsinfrastrukturen werden Designstudien sowie vorbereitende Phasen zur Errichtung neuer Forschungsinfrastrukturen unterstützt.

Designstudien dienen der Erarbeitung von Konzepten und sollten die Machbarkeit einer im Rahmen des ESFRI-Prozesses identifizierten neuen Forschungsinfrastruktur europäischer Dimension unter wissenschaftlichen, technischen und finanziellen Aspekten untersuchen.

Maßnahmen zur Unterstützung der vorbereitenden Phasen beziehen sich auf bereits identifizierte, neu zu errichtende oder im Aufbau befindliche Forschungsinfrastrukturen, die von mehreren Mitgliedstaaten gemeinsam errichtet werden sollen.

2. Bereits bestehende Forschungsinfrastrukturen

Die Europäische Kommission fördert Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Forschungsinfrastrukturen. Die Umsetzung erfolgt durch

  • die Unterstützung des Zugangs neuer und fortgeschrittener Wissensgemeinschaften zu geeigneten Infrastrukturen;
  • die Förderung des Innovationspotentials von Forschungsinfrastrukturen durch abgestimmte Technologieentwicklung.
     

3. Unterstützung von Strategieentwicklung und internationaler Kooperation

In diesem Programmbereich werden Maßnahmen zur Kohärenz der nationalen und Gemeinschaftspolitik sowie zur Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit von Forschungsinfrastrukturen und e-Infrastrukturen gefördert.

4. e-Infrastrukturen

Die Förderung der e-Infrastrukturen zielt auf die effektivere Nutzung der Forschungsinfrastrukturen ab. Prinzipien der Förderung sind Diensteorientierung, Maximierung von Nutzung und positiver Auswirkung,  Ko-Design von plattform- und nutzergetriebenen Entwicklungen, offene Forschungsdaten und Horizont 2020 als Katalysator für Wachstum und Beschäftigung in Europa.