Mehrere europäische Flaggen, einschließlich der EU-Flagge

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EFI-Jahresgutachten 2018 zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands veröffentlicht

Als zentrales Beratungsgremium der Bundesregierung im Bereich Forschung und Innovation legt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) seit 2008 jährlich ein Gutachten zum Stand von Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit in Deutschland vor. Im Hinblick auf das sich abzeichnende Ende der Regierungsbildung nutzen die Expertinnen und Experten die Veröffentlichung zu einem Appell an die Politik zu einer entschlossenen Weiterentwicklung des F&I-Systems und zu mehr Investitionen in dem Bereich. Es gelte, die sich durch die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland gegebenen Chancen hierfür zu nutzen.

Die Schwerpunkte der nunmehr 11. Ausgabe des Gutachtens liegen auf zentralen Leitlinien für die Forschung- und Innovationspolitik in der neuen Legislaturperiode, dem Zusammenwirken der Ziele der Nachhaltigkeit und der Innovationspolitik, aktuellen Entwicklungen im Bereich der Fachhochschulen sowie der Stärkung der digitalen Bildung. Hervorzuheben sind die inhaltlichen Querschnittsthemen, für die verstärkte Investitionen gefordert werden: Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sowie autonome Systeme (Stichwort künstliche Intelligenz).

Die Expertenkommission unterstreicht im Jahresgutachten 2018 Zielempfehlungen, die bereits in den Vorjahren gemacht wurden. So wird unter anderem am Ziel der Ausgabe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Forschung und Entwicklung (FuE) bis 2025 festgehalten. Außerdem wird erneut eine steuerliche FuE-Förderung gefordert, wie sie bereits die meisten OECD-Länder eingeführt haben.

Im Bereich der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik setzt sich die Expertenkommission für die Beibehaltung der Exzellenzförderung als Grundlinie des Nachfolgeprogramms von Horizont 2020 ein. Eine kritische Haltung wird gegenüber dem seit Oktober 2017 laufenden Pilotprojekt zum Europäischen Innovationsrat (EIC) eingenommen: Zur Förderung von sogenannter 'Sprunginnovation' seien kurze Entscheidungswege und flexible Strukturen notwendig. Die Errichtung neuer komplexer Strukturen auf europäischer Ebene müsse hingegen entsprechend mit einem tatsächlichen Mehrwert begründet werden. So sei die sensible institutionelle Einbindung des EIC auf europäischer Ebene in den Bereich der Forschungs- und Innovationspolitik nicht abschließend geklärt worden. Vielmehr seien Konzepte von Fördermechanismen der Sprunginnovation außerhalb von EU-Strukturen zu prüfen.

Das EFI-Jahresgutachten äußert sich auch zu den Auswirkungen des Brexit. Hierzu wird gefordert, dass Großbritannien aufgrund seines leistungsfähigen F&I-Systems auch nach seinem Austritt aus der Europäischen Union eng an Europa gebunden werden sollte.

Mehr Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Expertenkommission Forschung und Innovation. Das Jahresgutachten 2018 zum Download finden Sie hier.