FET Open

Eine weiße Leiter ragt in einen blauen Himmel hinauf

Entwicklung neuartiger Ideen (FET Open)

FET Open fördert unkonventionelle neue Forschungsideen und Themen im Frühstadium, die auf fundamentale Durchbrüche für neue Technologien abzielen. Dabei sollen bestehende Paradigmen hinterfragt und Forschung an der Grenze des Wissens ermöglicht werden. Die Einreichung für FET Open ist einstufig; Anträge umfassen ein Deckblatt und maximal 15 Seiten. Der Antrag gliedert sich in drei Bereiche: Excellence, Impact und Implementation. Der Schwerpunkt der Begutachtung liegt auf dem Bereich Exzellenz, also der Idee und der gewählten Methodik für das Forschungsvorhaben.

FET Open ist offen für alle technologischen Bereiche. "6 FET Gatekeeper" setzen den Rahmen für die inhaltliche und wissenschaftlich-technologische Ausrichtung der FET-Open-Projekte:

In der Grafik sieht man 6 Pfeile, die ineinandergreifen und so die 6 sogenannten FET Gatekeeper symbolisieren:  Visionär: neue, langfristige Vision für eine technologie-gestützte Entwicklung jenseits des derzeitigen Standes der Technik.  Bahnbrechend: ambitionierte wissenschaftlich-technologische Durchbrüche, innerhalb der Projektlaufzeit erreichbar.  Wegbereitend: wissenschaftlicher Durchbruch von fundamentaler Natur als Basis für neue Technologien.  Neuartig: radikal neue Ideen statt Anwendung oder Weiterentwicklung bereits existierender Konzepte.  Hochriskant: Minimierung des inhärent hohen Risikos durch flexible Forschungsmethodik.  Interdisziplinär: Potential einer neuen technologischen Richtung durch Zusammenspiel verschiedener Disziplinen erschließen.

Graphik: FET-Gatekeeper, EU-Büro des BMBF

Bildbeschreibung

 

FET Open richtet sich an Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen mit Forschungsfokus und High-Tech-KMU. Für ein FET-Open-Projekt werden mindestens drei Partner aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder zum Rahmenprogramm assoziierten Ländern benötigt.

Einreichungsfristen für FET OPEN-Forschungsprojekte sind der 29.09.2015, 11.05.2016, 17.01.2017 und der 28.09.2017. Zu den aktuellen Änderungen im Vergleich zu vergangenen Ausschreibungen zählt, dass im aktuellen Arbeitsprogramm die Höhe des indikativen Projektbudgets von vier auf drei Millionen Euro gesenkt wurde. Dadurch können bei gleich bleibendem Gesamtbudget (das wie 2015 auf zwei Fristen verteilt wird) mehr Projekte gefördert werden.

Die gesamte Antragstellung für FET Open erfolgt über das Participant Portal der Europäischen Kommission.

Ergebnisse FET-Open-Ausschreibungen

FET Open (Research und Innovation Actions) verzeichnete bei den letzten Fristen sehr hohe Beteiligungsraten; Die Erfolgsquoten waren entsprechend niedrig:

  • von 639 begutachteten Anträgen konnten in 2014 nur 24 gefördert werden – Erfolgsquote von 3,9 %.
  • 2015 gab es zwei Einreichungsfristen: von 664 Anträgen bei der ersten Frist standen nur 11 Projekte auf der ‚Main List‘, womit die Erfolgsquote bei 1,7 % lag. Für die zweite Frist 2015 wurden 800 Anträge eingereicht, von denen erneut 11 gefördert werden konnten (Erfolgsquote 1,4%).
  • 2016 gab es nur eine Einreichungsfrist. Von den 554 zuwendungsfähigen Anträgen wurden 22 für eine Förderung ausgewählt. Die Erfolgsquote betrug 4,0 %.
  • Viele Antragsteller versuchen ihr Glück bei FET mehrfach: beispielsweise waren 17 der 22 in 2016 geförderten Anträge Wiedereinreichungen.
     

Projektbeispiele

  • LiRichFCC – koordiniert vom Karlsruher Institut für Technologie – arbeitet an der Entwicklung neuer Materialien auf der Basis von Oxiflouriden zur elektrochemischen Energiespeicherung. Dafür sollen Lithium-Ionen in kubisch dichten Kristallgittern platziert werden. Diese neue Technologie könnte die Entwicklung von deutlich dichteren und somit leistungsfähigeren Batterien ermöglichen.
  • Das Projekt DIACAT (Diamond materials for the photocatalytic conversion of CO2 to fine chemicals and fuels using visible light) – koordiniert von der Universität Würzburg - wird mit 3,9 Millionen Euro gefördert. Hier soll eine völlig neue Technologie entwickelt werden, mit der Kohlenstoffdioxid mit Hilfe von sichtbarem Licht in Feinchemikalien und Brennstoffe umgewandelt werden kann. Mit dem Ansatz sollen chemische Wege zum Speichern und Transportieren von Energie aus erneuerbaren Quellen entwickelt werden.
  • Das Projekt IBSEN (Bridging the gap: from Individual Behaviour to the Socio-tEchnical MaN) – koordiniert von Universität Madrid - erforscht menschliches Verhalten anhand von Großgruppenexperimenten (+ 1000). Ziel ist die Entwicklung und Bereitstellung völlig neuartiger Software- und Analysetools zur Auswertung und Aufbereitung der Daten.

Weitere Informationen zu den für eine Förderung ausgewählten Projekten der ersten Einreichungsfrist 2016 finden sich hier.

FET Innovation Launchpad

Die Ausschreibungen für FET Innovation Launchpads befinden sich seit 2016 im FET Arbeitsprogramm. Damit soll noch laufenden oder erst kürzlich beendeten Projekten der Weg aus den Labors in Richtung Anwendung in Wirtschaft oder Gesellschaft geebnet werden. Alle Anträge für ein FET Innovation Launchpad müssen einen expliziten Bezug zu einem geförderten FET-Projekt aufweisen. Das heißt jedoch nicht, dass Antragsteller direkt in einem FET-Projekt involviert sein müssen. Notwendig ist aber der Nachweis über einen Zugang zu den Projektergebnissen.

Gefördert werden Maßnahmen, die im ursprünglichen Antrag noch nicht enthalten waren und die geeignet sind, Forschungsergebnisse zu einer höheren Marktreife zu führen. Dies können Marktbeobachtungen oder -studien, die Anbahnung von Industriekontakten, die Sicherung von Patenten oder andere maßgeschneiderte, projektspezifische Aktivitäten sein, die soziale oder technologische Innovationen befördern. Explizit ausgeschlossen ist die Förderung weiterer Forschungsaktivitäten. Für diese Coordination and Support Action können maximal 100.000 Euro beantragt werden. Die aktuelle Einreichungsfrist ist der 27. September 2017.

Für die erste Ausschreibung für FET Innovation Launchpads wurden 91 Anträge eingereicht. Davon waren drei nicht zuwendungsfähig. Von den 88 begutachteten Anträgen gelangten 16 auf die Mainlist und werden zur Vertragsvorbereitung eingeladen. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 18,2 Prozent. 20 Prozent der eingereichten Anträge bauten auf in Horizont 2020 geförderten Anträgen auf. Davon erhielten vier Projekte, die sich auf FET Proactive 2014 bezogen und ein Projekt, das aus der FET HPC Ausschreibung 2014 hervorging, eine Förderzusage.

Von den erfolgreichen Projekten werden voraussichtlich zwei von deutschen Einrichtungen koordiniert.

  • QUSMI, koordiniert von der NVision Imaging Technologies GmbH, wird ein neues MRT-basiertes, nicht invasives Bildgebungsverfahren entwickeln. Das Konsortium baut auf neuen quantentechnologischen Erkenntnissen auf und nutzt Stickstoff-Fehlstellen in Diamanten. Ziel des Projekts wird es sein, die Patentierung der bisherigen Erkenntnisse voranzutreiben und private Investoren für diese in der klinischen Anwendung außerordentlich vielversprechende Technologie zu finden.
  • SmartNurse zielt auf die Entwicklung einer Strategie, um Computer in die Ausbildung von Krankenschwestern für Notfallsituationen zu integrieren. Neueste Erkenntnisse zur Mensch-Technik-Zusammenarbeit, die zuvor in einem SmartSociety FET Open Projekt gewonnen wurden, sollen dafür in der praktischen Ausbildung angewendet werden. Der Projektkoordinator ist das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

 

Weitere Informationen zur Ausschreibung und den Förderkonditionen  bei den FET Innovation Launchpads.