Der Europäische Forschungsraum

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

Der Europäische Forschungsraum (EFR) ist ein gemeinsamer Raum der EU-Mitgliedstaaten für Forschung und Innovation. Diese Struktur zielt auf einheitliche Rahmenbedingungen ab. Damit wird ergänzend zur monetären Förderung der EU das politische Umfeld für wettbewerbsfähige Forschung und Innovation durch den EFR verbessert.

Grundlagen des EFR

Die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums (EFR) ist seit der Kommissionsmitteilung "Hin zu einem Europäischen Forschungsraum" aus dem Jahr 2000 einer der zentralen Leitgedanken für die Ausrichtung der Maßnahmen der Europäischen Union im Bereich der Forschung. Damit ist sie auch richtungweisend für die Ausgestaltung der Fördermaßnahmen in den Rahmenprogrammen der EU für Forschung und Innovation. Mit dem Vertrag von Lissabon (Art. 179 AEUV) ist die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums seit Dezember 2009 ein primärrechtlich verankertes Ziel der Europäischen Union.

Der EFR zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen in den Bereichen Forschung und Innovation zu verbessern. So soll einerseits die Fragmentierung der europäischen Forschungslandschaft reduziert werden. Andererseits soll die Vernetzung der zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission teilweise unkoordinierten Maßnahmen im Bereich der Forschung und Entwicklung auf Programm- und Projektebene vorangetrieben werden. Die Entwicklung eines EFR ist notwendig, damit Europa sein Forschungs- und Innovationspotenzial vollkommen ausschöpfen und somit die Rolle eines Motors für Wettbewerbsfähigkeit wahrnehmen kann.

"Vollendung des EFR" bis 2014

Die europäische Institutionen verfolgen das Ziel, den Europäischen Forschungsraum bis 2014 auf eine solide Grundlage zu stellen. Dazu hat die Europäische Kommission 2011 eine öffentliche Konsultation zum EFR-Rahmen durchgeführt. Die Ergebnisse der Konsultation flossen in die Mitteilung der Europäischen Kommission zum EFR-Rahmen "Eine verstärkte Partnerschaft im Europäischen Forschungsraum im Zeichen von Exzellenz und Wachstum" vom 17. Juli 2012 ein.

Mit dieser Mitteilung werden die fünf seit 2008 gestarteten EFR-Initiativen des Ljubljana-Prozesses größtenteils als EFR-Prioritäten weitergeführt und durch neue Themen ergänzt.

Der Rat der EU in der Formation Wettbewerbsfähigkeit (WBF-Rat) hat hierzu am 12. Dezember 2012 Ratsschlussfolgerungen verabschiedet, die sich mit den einzelnen Handlungsempfehlungen der Kommissionsmitteilung auseinandersetzen. Die Bundesregierung hat hierzu ein nationales Positionspapier erstellt.

Durch die Mitteilung erhält das das Monitoring (ERA Monitoring Mechanism, EMM) eine gesteigerte Bedeutung. Hier werden mittels statistischer Daten die Fortschritte in den einzelnen EFR-Initiativen/EFR-Prioritäten gemessen und mit Blick auf die angestrebte Vollendung des Europäischen Forschungsraums 2014 bewertet.

Zur EFR-Initiative "Internationale Dimension" hat die Europäische Kommission am 14. September 2012 eine separate Mitteilung veröffentlicht.