Workshop 5: Gemeinsame Programme der Mitgliedstaaten – wie geht es effektiver?

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Leitfragen zum Workshop Gemeinsame Programme der Mitgliedstaaten – wie geht es effektiver?

  • Welche Rolle sollten Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission in einem weiterentwickelten Joint-Programming-Prozess und Public-to-Public-Ansatz übernehmen?
  • Wie kann die Rolle der verschiedenen Akteure (Europäische Kommission, Mitgliedstaaten, GPC) mit Blick auf die Debatte um den European Added Value gegebenenfalls neu definiert werden?
  • Mit welchen Instrumenten, auf nationaler wie auf europäischer Ebene, können und sollen JPIs und P2P langfristig unterstützt werden?

Der Workshop hat in englischer Sprache stattgefunden.

Panel

Moderation und Rapporteur:

  • Dr. Christian Naczinsky, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Österreich

Sprecherinnen und Sprecher:

  • Amanda Crowfoot, Direktorin Science Europe
  • Juan Tomas Hernani, Verfasser des Berichts "Evaluation of Joint Programming to Adress Grand Societal Challenges"
  • Dr. Jana Kolar, Vorsitzende der "Mutual Learning Exercise" der Europäischen Kommission zum Thema "Alignment and Interoperability of Research Programmes"
  • Petra Manderscheid, Leiterin Büro Brüssel der JPI Climate
  • Dr. Jörg Niehoff, Generaldirektion Forschung und Innovation, Europäische Kommission

    Informationen zu den Panellisten (PDF auf englisch)
     

Workshop-Beschreibung

JPIs, ERA-Netze und Maßnahmen nach Artikel 185 sind partnerschaftliche Ansätze mit einem Potenzial großen europäischen Mehrwert zu entwickeln, öffentliche Mittel effizient zu nutzen, sie adressieren große gesellschaftliche Herausforderungen, ermöglichen Forschenden in Europa grenzüberschreitende Zusammenarbeit und erzeugen nicht zuletzt große finanzielle Hebelwirkungen. Die Investitionen aller Mitgliedstaaten sind enorm gestiegen in den letzten Jahren. So rechnet die Europäische Kommission für 2016 mit 900 Millionen Euro nationaler Beiträge.  Die Beteiligung Deutschlands an gemeinsamen Programmen wie JPI, ERA-Netzen und Maßnahmen nach Artikel 185 ist hoch. Auch sind sie wesentliche Bestandteile der nationalen Strategie zum Europäischen Forschungsraum.

Bisher laufen diese Initiativen jedoch parallel nebeneinander her und ein strategisches Konzept fehlt. Eine intra- und interministerielle Koordination und eine echte gemeinsame nationale und europäische Fokussierung ("Alignment") fehlen. So kommt auch der Bericht der Expertengruppe der Europäischen Kommission zu Joint Programming unter dem Vorsitz von Juan Hernani aus Spanien zum Schluss, dass nationale Akteure bislang zu wenig Verantwortung und Verpflichtung für den Prozess der Gemeinsamen Programmplanung zeigen. Dabei lässt der Bericht aber auch außer Acht, dass sich der Erfolg der JPI nicht an der Zahl der Aufrufe und dem damit verbundenen nationales Budget messen lässt. Wichtig wird künftig sein, dass die Erfolge, die gelungene politisch-strategische Kooperation noch stärker hervorgehoben werden muss. Gemeinsam soll auch diskutiert werden, welchen Zeithorizont die Maßnahmen haben und wie "echte" Nachhaltigkeit hergestellt werden kann.

Gleichzeitig sind transnationalen Aktivitäten und Ausschreibungen rechtliche und organisatorische Grenzen auf nationaler Ebene gesetzt. Die Planungen für das kommende Rahmenprogramm müssen das berücksichtigen.  Denn der partnerschaftliche Ansatz und die Arbeitsteilung zwischen Europäischer Kommission und Mitgliedstaaten wird einer der zentralen Diskussionspunkte sein. Jede Maßnahme, jedes Instrument wird dann noch stärker auf seinen europäischen Mehrwert geprüft ("European Added Value"). Die P2P werden hier im Fokus der Debatte stehen. Die Debatte zum nächsten Rahmenprogramm wird auch eine Diskussion sein, welcher "Strauß an Instrumenten" gebunden werden muss, um die JPIs und die P2P langfristig zu unterstützen. Ergänzt werden müssen die EU-Instrumente um nationale Maßnahmen zur Unterstützung. In den Mitgliedstaaten muss überlegt werden, wie die "Marke JPI" viel proaktive und selbstbewusster präsentiert werden kann. Der Workshop bietet dazu Raum, für kreative Ideen und Ansätze.

Der Workshop hat die deutsche und europäische P2P-Community zusammengebracht. Auf Basis des Expertenberichts und den aufgeworfenen Fragen wurden gemeinsam die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des P2P-Ansatzes diskutiert.