Workshop 1: "Open Science" und Digitalisierung des EFR

Welt bei Nacht

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Leitfragen zum Workshop "Open Science" und Digitalisierung des EFR

  • Wo ist in den verschiedenen Handlungsfeldern von "Open Science" in besonderem Maß ein Mehrwert durch zusätzliche Maßnahmen auf EU-Ebene bzw. eine stärkere europäische Abstimmung zu erwarten?
  • Was bedeutet dies für das Verhältnis europäischer und nationaler Maßnahmen?
  • Welche Folgerungen lassen sich für die Entwicklung in Deutschland ziehen?

Dieser Workshop hat in deutscher Sprache stattgefunden.
 

Panel

Moderation:

  • Prof. Dr. rer. nat. Doris Wedlich, Bereichsleiterin Biologie, Chemie und Verfahrenstechnik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Mitglied des Rats für Informationsinfrastrukturen

Rapporteur:

  • Prof. Klaus Tochtermann, Direktor ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Sprecherinnen und Sprecher:

  • Prof. Wolfram Koch, Mitglied der "European Open Science Policy Platform"
  • Prof. Achim Streit, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Prof. Klaus Tochtermann, Direktor ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
  • Prof. Johannes Vogel, Generaldirektor Museum für Naturkunde, Vorsitzender der "European Open Science Policy Platform"

Informationen zu den Panellisten (PDF)   
 

Workshop-Beschreibung

"Open Science" und Digitalisierung stellen derzeit Schwerpunkte in der politischen Diskussion zur strategischen Ausrichtung der Europäischen Forschungs- und Innovationspolitik dar. "Open Science" ist dabei eine der drei strategischen Prioritäten "Open Science, Open Innovation, Open to the World" der politischen Agenda von  EU-Forschungskommissar Carlos Moedas.

Im Rahmen des digitalen Wandels ergeben sich neue Wege und Möglichkeiten für die Akquisition, Speicherung,  Archivierung,  Auswertung, Reproduzierbarkeit und Verbreitung von Forschungsergebnissen und -daten, die sich kontinuierlich weiterentwickeln und die wissenschaftliche Arbeitsweise und Kommunikation grundlegend verändern.

Durch "Open Science" sollen die Chancen der Digitalisierung optimal genutzt werden. Es gilt, die noch bestehenden Hürden, seien sie technischer, rechtlicher, administrativer oder finanzieller Natur, für einen offenen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen abzubauen, ohne dabei die Rechte des datengenerierenden Wissenschaftlers zu schwächen. Eine offene Wissenschaft zielt auf erhöhte Transparenz, bessere Möglichkeiten der Qualitätssicherung wissenschaftlicher Arbeit, einen effizienten Wissensaustausch und die Erleichterung des Transfers der Forschungsergebnisse in Gesellschaft und Wirtschaft. Dies betrifft ein breites Spektrum von Handlungsfeldern. Über den freien Zugang zu Publikationen (Open Access) und die Erleichterung des Zugangs zu Forschungsdaten hinaus zählen dazu z. B. auch die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Bewertungsverfahren, die Förderung professioneller Expertise im Umgang mit Forschungsdaten sowie die Entwicklung von "Citizen Science". Die Europäische Kommission hat mit der "European Open Science Policy Platform" einen strukturierten Stakeholder-Dialog initiiert, um diese Themenbereiche weiter auszugestalten.

Beim Ausbau geeigneter Infrastrukturen für Open Science steht insbesondere die Entwicklung einer "European Open Science Cloud" im Fokus. Die Europäische Kommission hat dazu im April 2016 eine Mitteilung "Europäische Cloud-Initiative" vorgelegt, die zugleich zur Verwirklichung eines digitalen Binnenmarkts in Europa beitragen soll.

Auf nationaler Ebene hat der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) im Auftrag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz / GWK) im Mai 2016 Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland veröffentlicht. Ein zentraler Vorschlag ist die Etablierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, die anschlussfähig an internationale Vorhaben wie die "European Open Science Cloud" sein soll.

In diesem Workshop wurde näher beleuchtet, welche Implikationen Digitalisierung und "Open Science" für die weitere Entwicklung des Europäischen Forschungsraums haben. Es wurde u. a. diskutiert, in welchen Bereichen durch Maßnahmen auf EU-Ebene ein besonderer Mehrwehrt zu erwarten ist, und wie sich dies auf das Verhältnis von europäischen und nationalen Maßnahmen auswirkt.