
Die europäischen Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission treten in eine neue langfristige Partnerschaft ein, um die jeweiligen Aktivitäten und Instrumente der FuE-Kooperation mit Drittstaaten besser zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Ein zentrales Instrument für diese Europäische Partnerschaft ist das Strategieforum für internationale FuE-Zusammenarbeit (SFIC).
Am
Neu ist die in dem Strategierahmen formulierte Einsicht, dass eine verstärkte strategische internationale Zusammenarbeit nur erreicht werden könne, wenn die Mitgliedstaaten und die Kommission in einer soliden Partnerschaft zusammenarbeiteten. Es wird reklamiert, dass es bisher keinen institutionellen Rahmen gegeben habe, der eine solche strategische Zusammenarbeit ermöglicht hätte.
Ziel des Forums ist es, eine stärkere Kohärenz der Internationalisierungsansätze der Mitgliedstaaten und der Kommission zu erarbeiten, was prioritäre Themen, Länder und Instrumente angeht – und die entsprechende Politikformulierung vorzuschlagen. Europa muss mit zunehmender Globalisierung weltweit wettbewerbsfähig in der Spitzenforschung bleiben, gleichzeitig aber auch in der Lage sein, auf globale Herausforderungen wie Klimawandel, Armut, Infektionskrankheiten etc. gemeinschaftlich zu reagieren. Neben der Identifizierung von gemeinsamen Prioritäten, die in variablen Geometrien zu koordinierten oder gemeinsamen Aktivitäten führen können, stellt auch die Formulierung von gemeinsamen europäischen Positionen bezüglich S&T-Kooperationen mit Drittstaaten eine Zielsetzung dar, um mit einer Stimme in internationalen Foren sprechen zu können. SFIC berichtet jährlich an den Europäischen Rat und die Kommission.
Deutschland hat für 2009/10 den Vorsitz des Strategieforums übernommen (Volker Rieke, StäV 2). Die konstituierende Sitzung fand am 18. Februar 2009 in Brüssel statt. Während des deutschen Vorsitzes wurde ein Arbeitsprogramm 2009/10 umgesetzt, das die folgenden drei Zielsetzungen beinhaltet:
1. Die Schaffung effizienter Arbeitsstrukturen: Organisation des internen Informationsaustauschs, Austausch mit internationalen Foren und anderen Politikfeldern – sowie der Zugang zu F&E-Informationen in Drittstaaten.
2. Entwicklung gemeinsamer Zielsetzungen durch Konzentration auf gemeinsame Herausforderungen: thematische Orientierung an „global challenges“ wie Klimawandel, Gesundheit, Energie.
3. Stärkung der internationalen Dimension des EFR: Austausch mit anderen EFR Governance-Initiativen, internationale Dimension der Rahmenprogramme.
Es wurden zwei ad-hoc Gruppen (task forces) eingesetzt: Task force Information sharing – verfolgt das Ziel, den Informationsaustausch der SFIC-Mitglieder untereinander zu organisieren (hat Ende 2010 ihre Arbeit mit der Einrichtung eines SFIC-Sharepoints beendet) und Task force Priority setting – mit dem Ziel gemeinsame Forschungsprioritäten hinsichtlich Themen, Regionen und Instrumenten zu etablieren .
Der Jahresbericht 2009 wurde von SFIC verabschiedet und Ende Mai 2010 dem Ministerrat vorgelegt. Im Kontext der allgemeinen ERA-Ratsschlussfolgerungen bekräftigte der Rat erneut seine Unterstützung für die Arbeit von SFIC, die vorgeschlagenen Pilotinitiativen sowie die Bemühungen auf eine übergreifende europäische Strategie hinzuarbeiten.
Die KOM-Mitteilung zur Innovationsunion vom 6.10.2010 nimmt Bezug auf SFIC, indem sie ankündigt, auf die Arbeit des Strategieforums aufzubauen.
Die Innovationsunion verfolgt im Bereich der internationalen Zusammenarbeit drei Ziele: Erstens, die Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus Europa soll verhindert, Europa als Arbeitsplatz für Forscher aus der ganzen Welt attraktiver werden. Zweitens, die internationale wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit mit Drittländern soll weiter vertieft und als gemeinsames Konzept aller Mitgliedstaaten verstanden werden. Ziel ist es, weltweite Konzepte und Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu finden und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören: der Abbau von Marktzugangsschranken, die Erleichterung der Normung, der Schutz von geistigem Eigentum und des Zugangs zur öffentlichen Beschaffung usw. Drittens soll die Zusammenarbeit der EU mit internationalen Partnern im Bereich der Forschungsinfrastrukturen intensiviert werden.
Im Februar 2011 hat Finnland den Vorsitz übernommen, in Person von Frau Riitta Mustonen seit 20. Juni 2011. Das Arbeitsprogramm 2011/12 wurde in der SFIC-Sitzung vom 20.6.2011 angenommen. Das Programm enthält im Wesentlichen eine Fortführung bereits existierender regionaler Aktivitäten mit China, Indien und den USA. Neue thematische und regionale Modelle der Zusammenarbeit sollen mit Brasilien, Russland, Japan, Afrika und den ASEAN.-Staaten geprüft werden; grundsätzlich besteht aber eine Offenheit auch für andere Regionen.
Darüber hinaus wird eine stärkere Verknüpfung der SFIC-Aktivitäten mit Gipfelgesprächen und Wissenschafts- und Innovationsplattformen mit Drittstaaten angestrebt. Auch eine verstärkte Verknüpfung mit anderen Initiativen des ERA sieht das Arbeitsprogramm vor.
Am 19. Mai 2011 wurde der SFIC-Jahresbericht 2010 angenommen und dem Rat vorgelegt.
Erste Erfolge konnte das Forum durch die Pilotinitative Indien erzielen. Ziel der Initiative ist die Ausarbeitung einer strategischen Forschungspartnerschaft EU-Indien. In diesem Zusammenhang fand vom

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