Internationale FuE-Zusammenarbeit

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

Die europäischen Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission treten in eine langfristige Partnerschaft ein, um die jeweiligen Aktivitäten und Instrumente der FuE-Kooperation mit Drittstaaten besser zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Ein zentrales Instrument für diese Europäische Partnerschaft ist das Strategieforum für internationale FuE-Zusammenarbeit (Strategic Forum for International S&T Cooperation, SFIC).

Die internationale Dimension des EFR

In den Ratsschlussfolgerungen vom 2. Dezember 2008 wurden die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert, das Strategieforum für internationale FuE-Zusammenarbeit (SFIC) einzurichten, um eine verstärkte Partnerschaft gegenüber Drittstaaten voranzutreiben. Das Gremium nimmt dabei seit der ersten Sitzung im Jahr 2009 eine aktive Rolle ein.

Neben der allgemeinen EFR-Mitteilung vom 17. Juli 2012 veröffentlichte die Europäische Kommission am 14. September 2012 eine separate Mitteilung zur internationalen Dimension des EFR mit dem Titel "Verbesserung und Fokussierung der internationalen Zusammenarbeit der EU in Forschung und Innovation: ein strategischer Ansatz". Darin wird Horizont 2020 als zentrales Instrument zur Umsetzung der internationalen F&I-Zusammenarbeit identifiziert und die Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten als wesentliches Element hervorgehoben. Der Rat "Wettbewerbsfähigkeit" hat in seinen Schlussfolgerungen vom 30. Mai 2013 die internationalen Dimension als wichtigen Bestandteil des EFR bezeichnet. SFIC wurde bei der Nutzung von Synergien zwischen nationalen und europäischen Initiativen eine zentrale Rolle zugeschrieben, beispielsweise auch hinsichtlich der Entwicklung der mehrjährigen Fahrpläne für die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerländern. Diese wurden als Annex zum ersten Bericht zur Umsetzung der EU-Strategie zur internationalen F&I-Zusammenarbeit im September 2014 veröffentlicht, dessen Fortschritte alle zwei Jahre erfasst werden sollen.

Die Strategie der Bundesregierung zum EFR vom Juli 2014 führte die internationale Dimension als 6. EFR-Priorität auf und definierte konkrete Maßnahmen für die nächsten Jahre:

  • Stärkung der Rolle des Strategieforums für internationale Zusammenarbeit in Forschung und Technologie (SFIC)
  • Förderung multilateraler Ansätze in variabler Geometrie im Bereich der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ)
  • Ausbau der Internationalisierung von Initiativen der Gemeinsamen Programmplanung (Joint Programming Initiatives - JPI)
  • Drittstaatenkooperation gemeinsam mit anderen Mitgliedstaaten in Horizont 2020
  • Weiterführung von Aktivitäten und Initiativen der deutschen Wissenschaftsorganisationen zur Stärkung der internationalen Dimension des EFR

Für die "ERA Roadmap", dem anvisierten EFR-Fahrplan von 2015 – 2020 auf europäischer Ebene, ist die internationale Dimension als sechste EFR-Priorität vorgesehen.

Die Rolle von SFIC

Das Strategieforum zur internationalen FuE-Zusammenarbeit (Strategic Forum on International S&T Cooperaration, SFIC) stellt eine Partnerschaft zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zur weiteren Entwicklung, Implementierung und Monitoring der internationalen Dimension des EFR dar.

Ziel des Gremiums ist es, durch verstärkten Informations- und Erfahrungsaustausch gemeinsame Prioritäten für die Zusammenarbeit mit nicht-europäischen Drittstaaten zu identifizieren und kohärente Internationalisierungsansätze zu erarbeiten. SFIC ist eine spezielle Zusammensetzung des European Research Area and Innovation Committee (ERAC) und berichtet jährlich an den Rat und die Europäische Kommission.

SFIC setzt sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten sowie der Europäischen Kommission zusammen. Zum Rahmenprogramm assoziierte Staaten können als Beobachter teilnehmen. Der Vorsitz des Forums wird durch die Mitgliedstaaten gestellt.

Deutschland übernahm in den ersten zwei Jahren von 2009 bis 2010 den Vorsitz des Strategieforums (MinDir Volker Rieke, Abteilung für Europäische und Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung des BMBF) und beteiligt sich weiterhin mit großem Engagement. Von 2011 bis 2013 hatte Finnland den Vorsitz inne. Im Juni 2013 wurde der schwedische Delegierte Dan Andrée (VINNOVA) als SFIC-Vorsitzender für die kommenden zwei Jahre gewählt.

Arbeitsweise

Die Plenumssitzungen von SFIC finden unter der Leitung des Vorsitzes etwa vierteljährlich statt und werden durch ein Steering Board vorbereitet. Thematische Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen prioritären Themenfeldern stellen eine wichtige Ergänzung dar.

In den zweijährigen Arbeitsprogrammen werden die wesentlichen Schwerpunkte und Themenfelder festgelegt. Die SFIC-Aktivitäten werden nach dem Prinzip der variablen Geometrie umgesetzt, das heißt die Mitglieder müssen nicht jede Initiative einstimmig mittragen. SFIC stellt damit eine wichtige Plattform dar, um verschiedene Ansätze der internationalen Zusammenarbeit zusammenzuführen und gemeinsame Aktivitäten anzustoßen.

SFIC trägt aktiv zur Umsetzung der internationalen Dimension des EFR bei. Dabei spielt die Verknüpfung mit der Drittstaatenkooperation des EU-Forschungsrahmenprogramms eine wichtige Rolle. Eine verbesserte Abstimmung zwischen den internationalen Aktivitäten der einzelnen Mitgliedstaaten und eine Bündelung der Ressourcen schaffen Synergien und eine besonderen europäischen Mehrwert.

Im Rahmen von sogenannten Länderinitiativen treibt SFIC eine verstärkte strategische Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerländern voran. Neben Indien, China und den USA sollen im nächsten Schritt auch die Kooperation mit Brasilien und Russland intensiviert werden.

SFIC erhöht die Sichtbarkeit der internationalen Dimension des EFR durch gemeinsame Veranstaltungen und Publikationen. Als beratendes Gremium erstellt SFIC Stellungnahmen zu wichtigen Fragen der internationalen FuE-Zusammenarbeit, bspw. zur weiteren Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraumes. Auch die Abstimmung einer gemeinsamen Position bezüglich S&T-Kooperationen mit Drittstaaten stellt eine wichtige Zielsetzung dar, um mit einer Stimme sprechen zu können. Ein weiterer zentraler Aspekt ist der intensive Austausch von SFIC mit den EFR-Prioritäten und internationalen Projekten des Rahmenprogramms.