SFIC

Internationale F&E Zusammenarbeit

Die europäischen Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission treten in eine langfristige Partnerschaft ein, um die jeweiligen Aktivitäten und Instrumente der FuE-Kooperation mit Drittstaaten besser zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Ein zentrales Instrument für diese Europäische Partnerschaft ist das Strategieforum für internationale FuE-Zusammenarbeit (SFIC).

Die Rolle von SFIC

Das Strategieforum zur internationalen FuE-Zusammenarbeit (SFIC) stellt eine Partnerschaft zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zur weiteren Entwicklung, Implementierung und Monitoring der internationalen Dimension des Europäischen Forschungsraumes dar. Diese Partnerschaft ist auch ein wesentliches Element des strategischen Ansatzes der EU-Drittstaatenkooperation, der in der Kommissionsmitteilung zur internationalen Zusammenarbeit in Forschung und Innovation vom September 2012 dargelegt wird.

Ziel des Gremiums ist es, durch verstärkten Informations- und Erfahrungsaustausch gemeinsame Prioritäten für die Zusammenarbeit mit nicht-europäischen Drittstaaten zu identifizieren und kohärente Internationalisierungsansätze zu erarbeiten. SFIC ist eine spezielle Zusammensetzung des ERAC und berichtet jährlich an den Rat und die Kommission.

SFIC setzt sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten sowie der Europäischen Kommission zusammen. Zum Forschungsrahmenprogramm assoziierte Staaten können als Beobachter teilnehmen. Der Vorsitz des Forums wird dabei durch die Mitgliedstaaten gestellt.

Deutschland stellte in den ersten zwei Jahren von 2009 - 2010 den Vorsitz des Strategieforums (MinDir Volker Rieke, Abteilung für Europäische und Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung des BMBF) und beteiligt sich weiterhin mit großem Engagement. Ab Februar 2011 hat Finnland den Vorsitz übernommen, in Person von Frau Riitta Mustonen seit 20. Juni 2011.

 

Arbeitsweise

Die Plenumssitzungen von SFIC finden unter der Leitung des Vorsitzes etwa vierteljährlich statt und werden durch eine Task Force vorbereitet, die sich aus freiwilligen SFIC-Delegierten zusammensetzt. Die Task Force wird durch den Vize-Vorsitzenden (derzeit Ana Cristina Neves aus Portugal) geleitet. Weitere thematische Arbeitsgruppen können temporär in den unterschiedlichen Arbeitsphasen von SFIC eine wichtige Ergänzung darstellen.

In den zweijährigen Arbeitsprogrammen werden die wesentlichen Schwerpunkte und Themenfelder festgelegt. Die SFIC-Aktivitäten werden nach dem Prinzip der variablen Geometrie umgesetzt, d. h. die Mitglieder müssen nicht jede Initiative einstimmig mittragen. SFIC stellt damit eine wichtige Plattform dar, um verschiedene Ansätze der internationalen Zusammenarbeit zusammenzuführen und gemeinsame Aktivitäten anzustoßen.

SFIC trägt aktiv zur Umsetzung der internationalen Dimension des Europäischen Forschungsraumes bei. Dabei spielt die Verknüpfung mit der Drittstaatenkooperation des EU-Forschungsrahmenprogramms eine wichtige Rolle. Eine verbesserte Abstimmung zwischen den internationalen Aktivitäten der einzelnen Mitgliedsstaaten und eine Bündelung der Ressourcen schaffen Synergien und eine besonderen europäischen Mehrwert.

Im Rahmen von sogenannten Pilotinitiativen treibt SFIC eine verstärkte strategische Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerländern voran. Neben Indien, China und den USA sollen im nächsten Schritt auch die Kooperation mit Brasilien und Russland intensiviert werden.

SFIC erhöht die Sichtbarkeit der internationalen Dimension des EFR durch gemeinsame Veranstaltungen und Publikationen. Als beratendes Gremium erstellt SFIC Stellungnahmen zu wichtigen Fragen der internationalen FuE-Zusammenarbeit, bspw. zur weiteren Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraumes. Auch die Abstimmung einer gemeinsamen Position bezüglich S&T-Kooperationen mit Drittstaaten stellt eine wichtige Zielsetzung dar, um mit einer Stimme sprechen zu können. Ein weiterer zentraler Aspekt ist der intensive Austausch von SFIC mit den anderen EFR-Initiativen und internationalen Projekten des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms.

 

Hintergrund

Am 24. September 2008 legte die Kommission die Mitteilung für einen Europäischen Strategierahmen der internationalen wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit vor. In diesem Strategierahmen fordert die Kommission eine stärkere weltweite Öffnung des Europäischen Forschungsraumes durch zwei zentrale Aktionslinien:

  1. Eine stärkere Einbindung der Nachbarschaftsländer und strategische Kooperationen mit ausgewählten Drittländern, wobei unterschiedliche Zielsetzungen für Industrie- und Schwellenländer sowie Entwicklungsländer genannt werden, die sich an den zu bewältigenden globalen Problemfeldern orientieren.
  2. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der internationalen FuE-Zusammenarbeit, vor allem was den Zugang zu internationalen Forschungsinfrastrukturen, die Mobilität von Forschenden, die gegenseitige Öffnung von Forschungsprogrammen sowie geistige Eigentumsrechte angeht.

Neu ist die in dem Strategierahmen formulierte Einsicht, dass eine verstärkte strategische internationale Zusammenarbeit nur erreicht werden könne, wenn die Mitgliedstaaten und die Kommission in einer soliden Partnerschaft zusammenarbeiten.

In seinen Schlussfolgerungen des Rates zu einer europäischen Partnerschaft für die internationale wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit vom 2. Dezember 2008 fordert der Rat Wettbewerbsfähigkeit daher die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, ein "Strategieforum zur Internationalen Zusammenarbeit (SFIC)" zu bilden, als "europäische Partnerschaft für die Internationale Zusammenarbeit".

Kontakt

  • Olaf Ripken

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    • Faxnummer: 0228 3821-1649
    • E-Mail-Adresse: olaf.ripken@dlr.de
    • Homepage: http://www.eubuero.de
  • Evelina Santa-Kahle

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