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Europäischer Forschungsraum: Gemeinsame Gestaltungsplattform für innovative Forschung und Twin-Transformation

Die EU-Mitgliedstaaten haben am Freitag, dem 26. November 2021, den "Pakt für Forschung und Innovation in Europa" verabschiedet und schließen damit eine anderthalbjährige Debatte zur Neuausrichtung des Europäischen Forschungsraums ab. Der Pakt schafft Grundlagen und Rahmenbedingungen für einen gemeinsamen, freien und offen gestalteten Europäischen Forschungsraum. Er definiert dabei insbesondere die Werte, Prinzipien und prioritären Handlungsfelder für die künftige Forschungs- und Innovationszusammenarbeit in Europa. Übergeordnetes Ziel des Pakts ist es, die Forschungssysteme in den Mitgliedstaaten zukunftssicher zu machen, Ressourcen über Grenzen hinweg zu bündeln und damit attraktive Bedingungen für Forschende in ganz Europa zu schaffen. Im Gegensatz zum deutschen Pakt für Forschung und Innovation (PFI) ist der europäische Pakt eine politische Vereinbarung, deren Umsetzung auf das freiwillige Engagement der Entscheidungsträger baut.

Die Grafik zeigt komprimiert die vier Handlungsfelder des Pakts für Forschung und Innovation in Europa

© Bundesministerium für Bildung und Forschung

Die weitere Ausgestaltung wird konkretisiert durch die "ERA-Policy-Agenda 2022-2024", welche die Umsetzung der Zielvorgaben des Pakts im Rahmen von 20 Maßnahmen für die nächsten drei Jahre definiert.

Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich im Rahmen der genannten Papiere auf eine künftig noch engere und stärker abgestimmte Kooperation im Europäischen Forschungsraum um im Schwerpunkt

  • die ökologische und digitale Transformation aktiv und erfolgreich zu gestalten,
  • Investitionen in Forschung und Innovation stärker zu forcieren und Reformen weiter voranzutreiben,
  • exzellente Rahmenbedingungen für die Forschung in der gesamten EU herzustellen und
  • einen echten Binnenmarkt für Wissen zu schaffen.

Unter die konkreten Maßnahmen der "ERA-Policy-Agenda" fallen unter anderem die Förderung eines offenen Wissens- und Datentransfers, die Weiterentwicklung der Europäischen Universitäten, Maßnahmen zu Forscherkarrieren, die Stärkung grenzüberschreitender Wissenschaftskommunikation und Bürgerbeteiligung sowie der Zugang zu exzellenten Forschungsinfrastrukturen.

Der neue Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition, der bislang lediglich im Entwurf vorliegt, enthält bereits einige wichtige Ansätze für die nationale Umsetzung der europäischen Ziele. Hervorzuheben sind beispielsweise die Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Innovation auf 3,5 %, die Weiterentwicklung des europäischen Forschungsdatenraums, eine Stärkung der europäischen Forschungskooperationen zu disruptiven Zukunftstechnologien, die Fortentwicklung von bürgernaher Forschung und Wissenschaftskommunikation (open access und open science) sowie eine Stärkung von anwendungsorientierter Forschung und Transfer zur Schaffung regionaler sowie überregionaler Innovationsökosysteme.


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