Aufbau neu aufkommender Themen und Forschungslandschaften (FET Proactive)

Eine weiße Leiter ragt in einen blauen Himmel hinauf

Foto: Orlando florin Rosu / Thinkstock

FET Proactive fördert thematisch fokussiert revolutionäre, multidisziplinäre, technologische Forschung als Antwort auf kommende soziale und industrielle Herausforderungen. Ziel von FET Proactive ist die Reifung neuer technologischer Themengebiete sowie Anbahnung und Aufbau der hierfür erforderlichen Forschungslandschaften. Damit sollen aufstrebende Themen in die Strukturierung und den Aufbau relevanter Forschungsgemeinschaften sowie in die Entwicklung industrieller Forschungsagenden einfließen.

FET Proactive: Boosting emerging technologies

Im Gegensatz zur Förderlinie FET Open sind die Themen bei FET Proactive vorgegeben. Das Einreichungsverfahren ist einstufig. Der Antrag umfasst maximal dreißig Seiten.

Die FET Proactive Topics 2019 sind nicht Bestandteil des FET-Arbeitsprogramms, sondern werden im EIC-Arbeitsprogramm veröffentlicht. Am 19. März 2019 öffneten folgende Ausschreibungen:

  • FETPROACT-EIC-05-2019: „FET Proactive: emerging paradigms and communities“ mit den Subtopics
     
    • Human-Centric AI“;
    • Implantable autonomous devices and materials“;
    • Breakthrough zero-emissions energy generation for full decarbonization“.
    Die Projekte sollen eine Laufzeit von bis zu vier Jahren haben und die Förderung bis zu vier Millionen Euro betragen. Pro Subtopic sollen mindestens zwei Projekte gefördert werden. Insgesamt stehen rund 87 Millionen Euro zur Verfügung.
     
  • FETPROACT-EIC-06-2019: „EIC Transition to Innovation Activities“. Ziel dieser Maßnahme ist es, vielversprechende Technologien, die im Rahmen eines typischen FET-Open- oder FET-Proactive-Projekts (d.h. TRL 2/3) entwickelt wurden, dahingehend weiterzuentwickeln, dass sie Unternehmensgründungen und Investitionen vorantreiben und letztendlich wirtschaftliche und/oder gesellschaftliche Erträge erzielen können. Anträge können in den Bereichen
     
    • Mikro- und Nanotechnologien;
    • Künstliche Intelligenz und Robotik;
    • Technologien für die Lebenswissenschaften, Gesundheit und Behandlung;
    • Energietechnologien;
    • Interaktionstechnologien (einschließlich Virtual, Augmented und Mixed Reality)
    eingereicht werden. Die Projekte sollen mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten und einem Budget von 1 bis 2 Mio. Euro realisiert werden. Das Budget beträgt insgesamt 26 Millionen Euro. Der Antrag darf hier maximal siebzig Seiten umfassen.

Frist für beide Ausschreibungen ist der 8. Oktober 2019. Achtung! Einreichfrist verlängert bis zum 13. November 2019!

Das EIC-Arbeitsprogramm finden Sie hier.

Die folgenden FET Proactive Topics für das Jahr 2020 werden sowohl im FET-Arbeitsprogramm als auch im EIC-Arbeitsprogramm veröffentlicht:

Die Europäische Kommission erwartet hier Anträge mit einer Laufzeit von bis zu vier Jahren und einem Budget von vier bis fünf Millionen Euro. Pro Subtopic will die Kommission mindestens zwei Projekte fördern.

  • FETPROACT-EIC-07-2020: „FET Proactive: emerging paradigms and communities“ mit den Subtopics
    • „Future technologies for social experience“
    • „Measuring the unmeasurable –– Sub-nanoscale science for Nanometrology“
    • „Digital twins for the life-sciences“

Insgesamt stehen hier fünfzig Millionen Euro zur Verfügung.

  • FETPROACT-EIC-08-2020: „Environmental Intelligence“
    • „New techniques for creating and using dynamic models of environmental evolution“
    • „Radically novel approaches to resilient, reliable and environmentally responsible in-situ monitoring“

Insgesamt stehen hier 18 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Topic „FETPROACT-09-2020: Neuromorphic computing technologies“ ist nur im FET-Arbeitsprogramm veröffentlicht. Das Budget für dieses Topic beträgt 15 Millionen Euro.

Einreichungsfrist für alle Proactive-Calls für 2020 ist der 22. April. Die Ausschreibungen öffnen am 19. November 2019.

Im Rahmen der FET Proactive-Ausschreibungen im Arbeitsprogramm 2016/17 wurden zwölf Projekte für eine Förderung ausgewählt, 2014/2015 waren es 13 Projekte und im Jahr 2018 gab es 15 erfolgreiche Projekte.

Projektbeispiele mit deutscher Koordination:

  • Das von der Max-Planck-Gesellschaft koordinierte Projekt ODYCCEUS (Opinion Dynamics and Cultural Conflict in European Spaces) befasst sich mit der Frage, ob soziale Krisen verhindert werden können, wenn Konfliktpotentiale, die sich schon früh in den sozialen Medien abzeichnen, ebenso früh erkannt werden könnten. Dafür werden neue, innovative Beteiligungsinstrumente auf Open-Source-Basis entwickelt.
  • Die Universität Göttingen koordiniert das mit 1,25 Millionen Euro geförderte Projekt Plan4ACT(Predictive Neural Information for Proactive Actions: From Monkey Brain to Smart House Control). Ziel des Projekts ist es, neuronale Aktivitäten aufzuzeichnen und zu verstehen, um Handlungen vorhersagen. Die Ergebnisse sollen auf Kontrollmechanismen in smarten Häusern übertragen werden.
  • Das Projekt Cimplex (Bringing CItizens, Models and Data together in Participatory, Interactive SociaL EXploratories) wird vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz koordiniert und mit 4,2 Millionen Euro gefördert. Es will Methoden entwickeln, um die Ausbreitung von Krankheiten in komplexen sozialen Systemen besser hervorsagen und beeinflussen zu können.
     

FETPROACT-02-2018: Community building in Neuromorphic Computing Technologies - closed

Ziel dieser bereits am 22. März 2018 geschlossenen Ausschreibung war die bessere Vernetzung und Koordinierung der akademischen und industriellen, europäischen Forschung sowie aller sonstigen relevanten Interessenten im Bereich der neuromorphen Datenverarbeitungstechnologien. Für die Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme wurden 0,5 Millionen Euro bereitgestellt.

FETPROACT-03-2018: FET ERA-NET Cofund

Mit der ERA-NET-Cofund-Maßnahme will die Europäische Kommission den Ausbau von transnationalen Kooperationen im Programmbereich FET fördern. Hier sollen die Themenbereiche identifiziert werden, in denen eine Strukturierung der Forschungsgemeinschaft notwendig erscheint. Anschließend werden die identifizierten Themen koordiniert; ein Prozess der durch gemeinsame Workshops und Querschnittsaktivitäten begleitet wird. Durch die Zusammenlegung nationaler bzw. regionaler Ressourcen soll eine transnationale Ausschreibung veröffentlicht werden. Die Frist zur Einreichung von Anträgen endete am 18. Dezember 2018.

FETPROACT-04-2019: Community building and roadmapping for high performance and smart electrochemical energy storage

Mit dieser CSA fördert die Europäische Kommission aktuell den Aufbau wissenschaftlicher Netzwerke im Bereich elektrochemischer Energiespeicherung. Das Projekt Battery 2030+ startete seine Arbeit im März 2019.

FET-Proactive: High Performance Computing (HPC)

Angelehnt an die drei Säulen der europäischen HPC-Politik werden folgende Ziele verfolgt:

  • Entwicklung der nächsten Generation von HPC-Technologien, Anwendungen und Systemen Richtung exascale;
  • Zugangsgewährung zu den besten Höchstleistungsrechner-Einrichtungen und Diensten sowohl für Wissenschaft wie Industrie (einschließlich KMU);
  • Erreichen von Exzellenz in HPC-Applikationen.

Die HPC-Aktivitäten wurden aus dem FET-Arbeitsprogramm ausgegliedert und werden nun im Gemeinsamen Unternehmen EuroHPC fortgeführt. Weitere Informationen stehen auf der Webseite https://eurohpc-ju.europa.eu/index.html bereit.

FETHPC-01-2018: Internationale Zusammenarbeit im Bereich Hochleistungsrechnen

Die EU strebt eine engere Zusammenarbeit mit einigen südamerikanischen Staaten im HPC-Bereich an. Dazu erfolgten 2018 Ausschreibungen für Kooperationsprojekte mit Mexiko und Brasilien. Während bei der Kooperation mit Brasilien Themen wie eHealth oder die Entwicklung von Medikamenten für Krankheiten wie Zika oder Dengue auf der Agenda waren, ging es bei der Kooperation mit Mexiko um die Umsetzung des bilateralen Abkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit der EU. Die Ausschreibungsfrist endete am 15. Mai 2018. Zwei deutsche Partner sind an den Projekten beteiligt.

FETHPC-04-2020: Internationale Zusammenarbeit im Bereich Hochleistungsrechnen

Bei dieser Koordinierungs- und Unterstützungsmaßname (CSA) soll ein Fahrplan für eine verstärkte zukünftige Forschungszusammenarbeit im HPC-Bereich mit Lateinamerika entwickelt werden. Das Budget für dieses Topic beträgt 500.000 €. Die Ausschreibung öffnet am 19. November 2019. Frist ist der 22. April 2020.