FET Proactive

Eine weiße Leiter ragt in einen blauen Himmel hinauf

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Aufbau neu aufkommender Themen und Forschungslandschaften (FET Proactive)

FET Proactive fördert – thematisch fokussiert – revolutionäre, multidisziplinäre, technologische Forschung als Antwort auf kommende soziale und industrielle Herausforderungen. Ziel von FET Proactive ist die Reifung neuer technologischer Themengebiete sowie Anbahnung und Aufbau der hierfür erforderlichen Forschungslandschaften. Damit sollen neue, aufstrebende Themenfelder in die Strukturierung und den Aufbau relevanter Forschungsgemeinschaften sowie in die Entwicklung industrieller Forschungsagenden einfließen.

FETPROACT-01-2018: FET Proactive: emerging paradigms and Communities

Im Gegensatz zur Förderlinie FET Open sind die Themen bei FET Proactive im FET-Arbeitsprogramm vorgegeben. Das Einreichungsverfahren ist einstufig. Der Antrag umfasst  maximal 30 Seiten (einschließlich Deckblatt). 2018 konnte je Projekt eine Förderung von 4 bis 7 Millionen Euro beantragt werden. Die Laufzeit der Projekte sollte bis zu fünf Jahre betragen.

Themen für FET-PROACT-01 waren:

  1. Artificial organs, tissues, cells and sub-cellular structures;
  2. Time;
  3. Living technologies;
  4. Socially interactive technologies;
  5. Disruptive micro-energy and storage technologies;
  6. Topological matter.

Im Rahmen der FET Proactive-Ausschreibungen im Arbeitsprogramm 2016/17 wurden 12 Projekte für eine Förderung ausgewählt – 2014/2015 waren es 13 Projekte.

Die bisher letzte Frist endete am 22. März 2018. FETPROACT-01 wird 2020 mit einem Budget von voraussichtlich 86 Millionen Euro fortgeführt. Die Themen für die kommende Ausschreibung werden 2019 bekannt gegeben.

Projektbeispiele mit deutscher Koordination:

  • Das von der Max-Planck-Gesellschaft koordinierte Projekt ODYCCEUS (Opinion Dynamics and Cultural Conflict in European Spaces) befasst sich mit der Frage, ob soziale Krisen verhindert werden können, wenn Konfliktpotentiale, die sich schon früh in den sozialen Medien abzeichnen, ebenso früh erkannt werden könnten. Dafür werden neue, innovative Beteiligungsinstrumente auf Open-Source-Basis entwickelt.
  • Die Universität Göttingen koordiniert das mit 1,25 Millionen Euro geförderte Projekt Plan4ACT(Predictive Neural Information for Proactive Actions: From Monkey Brain to Smart House Control). Ziel des Projekts ist es, neuronale Aktivitäten aufzuzeichnen und zu verstehen, um Handlungen vorhersagen. Die Ergebnisse sollen auf Kontrollmechanismen in smarten Häusern übertragen werden.
  • Das Projekt Cimplex (Bringing CItizens, Models and Data together in Participatory, Interactive SociaL EXploratories) wird vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz koordiniert und mit 4,2 Millionen Euro gefördert. Es will Methoden entwickeln, um die Ausbreitung von Krankheiten in komplexen sozialen Systemen besser hervorsagen und beeinflussen zu können.
     

FETPROACT-02-2018: Community building in Neuromorphic Computing Technologies - closed

Ziel dieser bereits am 22. März 2018 geschlossenen Ausschreibung war die bessere Vernetzung und Koordinierung der akademischen und industriellen, europäischen Forschung sowie aller sonstigen relevanten Interessenten im Bereich der neuromorphen Datenverarbeitungstechnologien. Für die Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme wurden 0,5 Millionen Euro bereitgestellt.

FETPROACT-03-2018: FET ERA-NET Cofund

Ziel und Zweck dieser ERA-NET-Cofund-Maßnahme ist der Ausbau von transnationalen Kooperationen im Programmbereich FET. Hierfür sollen die Themenbereiche identifiziert werden, in denen eine Strukturierung der Forschungsgemeinschaft notwendig erscheint. Anschließend müssen die identifizierten Themen koordiniert werden; ein Prozess der durch gemeinsame Workshops und Querschnittsaktivitäten begleitet wird.

Abschließend soll durch die Zusammenlegung nationaler bzw. regionaler Ressourcen eine transnationale Ausschreibung veröffentlicht werden.

Die Einreichung ist einstufig mit einem maximal 50-seitigen Antrag (Titel, Liste der Teilnehmenden und die Teile 1, 2 und 3 inklusive). Für die anvisierten Maßnahmen stellt die Europäische Kommission bis zu 6 Millionen Euro als Ko-Finanzierung für die transnationalen Ausschreibungen zur Verfügung. Die Frist zur Einreichung von Anträgen endet am 18. Dezember 2018.

Neu: FETPROACT-04-2019: Community building and roadmapping for high performance and smart electrochemical energy storage

Mit dieser CSA möchte die Europäische Kommission im Bereich elektrochemischer Energiespeicherung den Aufbau wissenschaftlicher Netzwerke aus dem Bereich der Energieforschung unterstützen. Diese sollen gemeinsam einen Fahrplan für die Ausgestaltung der weiteren Forschungsanstrengungen im Bereich der Batterietechnologieforschung erarbeiten. Ziel ist in erster Linie die Vernetzung der relevanten Akteure und die Abstimmung von regionalen und nationalen Programmen mit europäischen Aktivitäten.

Für die anvisierten Maßnahmen stehen 0,5 Millionen Euro für die Dauer von 12 Monaten zur Verfügung. Die Frist zur Einreichung von Anträgen endet am 6. November 2018.

FET-Proactive: High Performance Computing (HPC)

Angelehnt an die drei Säulen der europäischen HPC-Politik verfolgt das FET-Arbeitsprogramm folgende Ziele:

  • Entwicklung der nächsten Generation von HPC-Technologien, Anwendungen und Systemen Richtung exascale;
  • Zugangsgewährung zu den besten Höchstleistungsrechner-Einrichtungen und Diensten sowohl für Wissenschaft wie Industrie (einschließlich KMU);
  • Erreichen von Exzellenz in HPC-Applikationen.

Gefördert werden Forschungsprojekte sowie Koordinations- und Unterstützungsmaßnahmen.

Die HPC-Aktivitäten werden voraussichtlich ab 2019 im Gemeinsamen Unternehmen EuroHPC fortgeführt. Die Gründung von EuroHPC könnte noch im Herbst 2018 erfolgen; dann ändert sich möglicherweise auch etwas am Modus der Ausschreibungen. Weitere Informationen stehen auf dem Teilnehmerportal und der Webseite http://eurohpc.eu bereit.

FETHPC-01-2018 und FETHPC-03-2019 (neu): Internationale Zusammenarbeit im Bereich Hochleistungsrechnen

Die EU strebt eine engere Zusammenarbeit mit einigen südamerikanischen Staaten im HPC-Bereich an. Dazu erfolgten 2018 Ausschreibungen für Kooperationsprojekte mit Mexiko und Brasilien. Während bei der Kooperation mit Brasilien Themen wie eHealth oder die Entwicklung von Medikamenten für Krankheiten wie Zika oder Dengue auf der Agenda waren, ging es bei der Kooperation mit Mexiko um die Umsetzung des bilateralen Abkommens zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit mit der EU. Die Ausschreibungsfrist endete am 15. Mai 2018. Mit der Aktualisierung des Arbeitsprogramms 2018 kam noch eine Ausschreibung für den Aufbau einer strategischen Partnerschaft mit Argentinien im HPC-Bereich hinzu. Diese wurde jedoch im Sommer 2018 wieder gestrichen.

FETHPC-02-2019: Extreme scale computing technologies, methods and algorithms for key applications and support to the HPC ecosystem

Im Teilbereich A werden Forschungs- und Innovationsmaßnahme in unterschiedlichen Themenbereichen gefördert;

  1. System software and management;
  2. Programming environments;
  3. I/O and storage environment for data-centric extreme scale computing;
  4. Data-intensive supercomputing and emerging HPC use modes;
  5. Mathematical methods and algorithms.

Pro Antrag kann eine Förderung von 5 bis 10 Millionen Euro für eine Dauer von drei Jahren beantragt werden.

Im Teilbereich B können bis zu 4 Millionen Euro für Koordinations- und Unterstützungsmaßnahmen beantragt werden. Ziel ist die Unterstützung der HPC Community, etwa durch die Koordinierung der europäischen HPC-Strategie oder Roadmaps für HPC-Technik oder -Anwendungsbereiche. Frist für bei beide Teilbereiche dieser Ausschreibung ist der 24. September 2019.

H2020-FETPROACT-2018-2020 - Co-design of HPC systems and applications

Weitere 100 Millionen Euro stehen 2020 für eine Fortführung dieser HPC-Ausschreibung aus dem Arbeitsprogramm 2016 - 2017 zur Verfügung.