Die Steuerung und das Monitoring des Europäischen Forschungsraums

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

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Der Europäische Forschungsraum bedarf einer politischen Steuerung ("ERA-Governance"). Zu diesem Zweck gibt es Gremien und Gruppen auf europäischer Ebene, die die konkrete Umsetzung von Prioritäten und Aktionen begleiten und vorantreiben. Aufschluss über den Stand der Umsetzung in den Mitgliedstaaten geben ab 2021 jährliche Fortschrittsberichte.

Der Europäische Forschungsraum wird von der Europäischen Kommission und dem Rat Wettbewerbsfähigkeit (WBF-Rat) gestaltet. In der seit dem 1. November 2019 amtierenden Kommission unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vertritt Kommissarin Mariya Gabriel erstmals die Bereiche Forschung, Innovation, Bildung, Kultur und Jugend in einem gemeinsamen Portfolio. Dies setzt neue Impulse für die Verbindung des Europäischen Forschungsraums mit dem Europäischen Bildungs- und Hochschulraum.

Politische Steuerung

Seit mehr als 20 Jahren unterstützt das European Research Area and Innovation Committee (ERAC) als strategisches Beratungsgremium für den Rat, die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten die Umsetzung des Europäischen Forschungsraums. ERAC ist der "politische Kompass" des Europäischen Forschungsraums, der neue Trends und Entwicklungen diskutiert und Handlungsempfehlungen ausspricht. Mitglieder des ERAC sind die Europäische Kommission und alle Mitgliedstaaten der EU. Den Vorsitz des ERAC teilen sich die Europäische Kommission (und zwar die Generaldirektion Forschung und Innovation) und die Mitgliedstaaten. Die Vertreterinnen beziehungsweise Vertreter der Bundesregierung im ERAC sind hochrangige Beamtinnen und Beamte der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi). Eine Vertreterin beziehungsweise ein Vertreter der Länder nimmt beobachtend an den Sitzungen teil.

Den Europäischen Forschungsraum in die Praxis umsetzen

Aufgabe des "ERA Forum" ist es, als "Motor des Europäischen Forschungsraums" die Umsetzung der Maßnahmen der "ERA Policy Agenda 2022-2024" voranzutreiben. Das ERA Forum wurde 2021 ins Leben gerufen. Es bietet der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten, Regionen und Stakeholder-Organisationen eine Plattform für die gemeinsame Ausarbeitung, Koordination und Umsetzung ihrer Initiativen. Darüber hinaus entwickelt das ERA Forum mit dem "ERA Scoreboard" ein neues Monitoringinstrument, das künftig den Fortschritt der Umsetzung des Europäischen Forschungsraums auf EU-Ebene abbildet. Die Europäische Kommission wird darüber hinaus ab 2022 jährliche Fortschrittsberichte für die einzelnen Mitgliedstaaten vorlegen.