Die Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC)

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Foto: violetkaipa / Thinkstock

Aufgabe der Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Communities, KICs) ist die Umsetzung von Innovationstätigkeiten und Investitionen mit europäischem Mehrwert, einschließlich der Gründung innovativer Start-ups sowie der Unterstützung der Entwicklung innovativer Unternehmen in Ergänzung zum EIC und zu InvestEU. Sie schreiben innovationsorientierte Forschungsprojekte aus und unterstützen die Erprobung, Prototypentwicklung und Demonstration, insbesondere in Bereichen von zentralem wirtschaftlichem, ökologischem und gesellschaftlichem Interesse. Darüber hinaus sind sie verantwortlich für die Entwicklung von Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen, insbesondere auf Master- und Promotionsebene, sowie Berufsausbildungskurse. Die KICs sind in ihrer internen Struktur und Verwaltung weitgehend unabhängig. Teilnehmende eines KICs können Organisationen sein, die im Wissensdreieck von Hochschulbildung, Forschung und Innovation tätig sind, mindestens jedoch drei Partnerorganisationen, die in verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sind.

KICs im Kontext von Horizont 2020 und Horizont Europa

Seit 2020 wurden insgesamt acht neue KICs etabliert. Im Rahmen von Horizont Europa sollen noch einmal zwei weitere KICs entstehen. Jedes KIC verfügt über regionale Anknüpfungspunkte, sogenannte Kolokationszentren oder auch Innovation Hubs. Alle KICs haben auch ein Standbein in Deutschland. Die Aufbauphase jedes neuen KICs unterstützt das EIT mit einer Zuwendung in Höhe von bis zu 4 Millionen Euro ("Start-up Grant"). Eine schrittweise Erhöhung der jährlichen Förderung bis über 80 Millionen Euro ist möglich, vorausgesetzt, dass die KICs die anvisierten Ergebnisse erzielen. Es wird erwartet, dass die KICs auch bedeutende Investitionen aus privaten und öffentlichen Quellen anziehen, die Investitionen des EIT vervielfachen und schrittweise ersetzen, um eine langfristige finanzielle Tragfähigkeit nach spätestens 15 Jahren zu erreichen.

KICs von 2018

Am 5. Dezember 2018 hat das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) die beiden letzten KICs unter Horizont 2020 zu den Themen Mehrwert in der Fertigung und Urbane Mobilität ausgeschrieben. Die Konsortien „MADE BY EUROPE“ und MOBiLus erhielten den Zuschlag. Beide Konsortien haben ihre operative Tätigkeit im Jahr 2019 aufgenommen.

Themenfeld "Urbane Mobilität": EIT Urban Mobility
Kolokationszentren: Kopenhagen – CLC Nord (Dänemark, Deutschland, Finnland, Niederlande, Schweden); München – CLC Zentral (Deutschland, Italien, Türkei); Helmond – CLC West (Belgien, Frankreich, Großbritannien, Niederlande); Prag – CLC Ost (Deutschland, Israel, Tschechien, Ungarn); Barcelona – CLC Süd (Schweiz, Spanien).

Themenfeld "Mehrwert in der Fertigung": EIT Manufacturing
Kolokationszentren: Donostia / San Sebastian – CLC West (Frankreich, Portugal, Spanien); Darmstadt – CLC Zentral (Belgien, Deutschland, Niederlande); Göteborg – CLC Nord (Estland, Finnland, Irland, Litauen, Schweden); Mailand – CLC Süd (Italien, Schweiz); Wien – CLC Ost (Griechenland, Österreich, Schweiz, Slowakei).

KICs von 2016

Das EIT veröffentlichte am 17. November 2016 das Ergebnis der Evaluierung der Wissens- und Innovationsgemeinschaft im Bereich Lebensmittel für die Zukunft. Unter den Bewerbern konnte sich das Konsortium "FoodConnects" erfolgreich bei seinen Konkurrenten durchsetzen.

Themenfeld "Lebensmittel für die Zukunft – Nachhaltige Lebensmittelkette von den Rohstoffen bis zu den Verbrauchern": EIT Food
Kolokationszentren: CLC Zentral: Freising (Deutschland, Niederlande, Österreich); CLC Nord-West: Reading (Großbritannien, Irland, Island); CLC West: Löwen (Belgien, Frankreich, Schweiz); CLC Nord-Ost: Warschau (Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn); CLC Süd: Madrid (Griechenland, Israel, Italien,Portugal, Spanien).

KICs von 2014

Das EIT hat am 11. Dezember 2014 die Auswahl der beiden neuen KICs bekannt gegeben. An beiden Konsortien sind namhafte deutsche Organisationen aus Bildung, Forschung und der Wirtschaft beteiligt.

Themenfeld "Innovation für gesundes Leben und aktives Altern": EIT Health
Kolokationszentren: London (Großbritannien, Irland), Stockholm (Skandinavien), Barcelona (Spanien), Paris (Frankreich), Heidelberg (Deutschland), Rotterdam (Belgien, Niederlande).

Themenfeld "Rohstoffe – nachhaltige Erkundung, Gewinnung, Verarbeitung, Verwertung und Substitution": EIT Raw Materials
Kolokationszentren: Ostseeregion (Espoo, Finnland), Zentraleuropa (Metz, Frankreich), Osteuropa (Krakau, Polen), Nordeuropa (Luleå, Schweden), Südeuropa (Rom, Italien), Westeuropa (Löwen, Belgien).

KICs von 2009

Die ersten durch das EIT geförderten KICs wurden am 17. Dezember 2009 bekanntgegeben und haben im Frühjahr 2010, noch unter FP7, ihre Arbeit aufgenommen. Diese KIC-Generation wird im Jahr 2024 in ihre finanzielle Unabhängigkeit übergeleitet.

Themenfeld nachhaltige Energie: KIC InnoEnergy
Kolokationszentren: Karlsruhe (Deutschland), Grenoble (Frankreich), Barcelona (Spanien), Eindhoven (Niederlande), Stockholm (Schweden), Krakau (Polen).

Themenfeld Klimawandel - Anpassung und Vermeidung: Climate-KIC
Kolokationszentren: London (Großbritannien, Irland), Zürich (Schweiz), Berlin (Deutschland), Paris (Frankreich), Kopenhagen (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden), Bologna (Italien), Amsterdam (Niederlande), Budapest (Ungarn), Valencia (Spanien), San Francisco (USA), Warschau (Polen), Bratislava (Slowakei).

Themenfeld nächste Generation der Informations- und Kommunikationsgesellschaft: EIT Digital 
Kolokationszentren: Stockholm (Schweden, Dänemark), Helsinki (Estland, Finnland, Lettland, Litauen), Berlin (Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien), Paris (Frankreich, Schweiz), Eindhoven (Belgien, Luxemburg, Niederlande), Budapest (Bulgarien, Kroatien, Romänien, Slowakei, Slowenien, Ungarn), Madrid (Portugal, Spanien), London (Großbritannien, Irland), Trento (Griechenland, Italien, Malta, Zypern).