Die Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC)

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Aufgabe der Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Communities, KICs) ist die innovationsorientierte Spitzenforschung in Bereichen von zentralem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Interesse. Darüber hinaus verantworten sie die Verbreitung vorbildlicher Verfahren im Innovationssektor, die das Potenzial besitzen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu verbessern. Sie sind in ihrer internen Struktur und Verwaltung unabhängig. Ein KIC hat eine Lebensdauer von sieben bis fünfzehn Jahren. Die interne Organisation und Zusammensetzung sowie der Zeitplan und ihre Arbeitsmethoden werden durch die KICs selbst bestimmt. Teilnehmer eines KICs können Organisationen sein, die im Wissensdreieck von Hochschulbildung, Forschung und Innovation tätig sind, mindestens jedoch drei Partnerorganisationen, die in verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sind.

Nachwuchswissenschaftler/innen wird die Möglichkeit gegeben, akademische Grade und Abschlüsse in Verbindung mit Hochschulbildungstätigkeiten von den teilnehmenden Hochschuleinrichtungen nach nationalen Vorschriften und Zulassungsverfahren zu erlangen. In den Vereinbarungen zwischen dem EIT und den KICs ist vorzusehen, dass diese akademischen Grade und Abschlüsse auch als akademische Grade und Abschlüsse des EIT bezeichnet werden können.

KICs im Kontext von Horizont 2020

In der Laufzeit von Horizont 2020 sind insgesamt acht neue KICs vorgesehen und bereits weitgehend operativ. Jedes KIC verfügt über regionale Anknüpfungspunkte sogenannte Kolokationszentren oder auch Innovation Hubs. Alle KICs haben auch ein Standbein in Deutschland. Die Aufbauphase jedes neuen KICs unterstützt das EIT mit einer Zuwendung in Höhe von bis zu 4 Mio. Euro ("Start-up Grant"). Eine schrittweise Erhöhung der jährlichen Förderung bis über 80 Mio. Euro ist möglich, vorausgesetzt, dass die KICs die anvisierten Ergebnisse erzielen. Es wird erwartet, dass die KICs auch bedeutende Investitionen aus privaten und öffentlichen Quellen anziehen, die Investitionen des EIT vervielfachen und schrittweise ersetzen, um eine langfristige finanzielle Tragfähigkeit zu erreichen.

KICs von 2018

Am 5. Dezember 2018 hat das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) die beiden letzten KICs unter Horizont 2020 zu den Themen Mehrwert in der Fertigung und Urbane Mobilität ausgeschrieben. Die Konsortien „MADE BY EUROPE“ und MOBiLus erhielten den Zuschlag. Die Konsortien werden im Frühjahr 2019 ihre Arbeit aufnehmen.

Themenfeld „Urbane Mobilität“: EIT Mobility
Kolokationszentren: Copenhagen – CLC North (Denmark, Finland, Germany, Sweden, The Netherlands); Munich – CLC Central (Germany, Italy, Turkey); Helmond – CLC West (Belgium, France, The Netherlands, United Kingdom); Prague – CLC East (Czech Republic, Germany, Hungary, Israel); Barcelona – CLC South (Spain, Switzerland)

Themenfeld „Mehrwert in der Fertigung“: EIT Manufacturing
Kolokationszentren: Bilbao– CLC West (France, Portugal, Spain); Darmstadt – CLC Central (Germany, The Netherlands, Belgium); Gothenburg – CLC North (Finland, Sweden, Estonia, Lithuania, Ireland); Milan – CLC South (Italy, Switzerland); Vienna – CLC East (Switzerland, Greece, Slovakia, Austria)

KICs von 2016

Das EIT veröffentlichte am 17. November 2016 das Ergebnis der Evaluierung der Wissens- und Innovationsgemeinschaft im Bereich Lebensmittel für die Zukunft. Unter den Bewerbern konnte sich das Konsortium „FoodConnects“ erfolgreich bei seinen Konkurrenten durchsetzen.

Themenfeld „Lebensmittel für die Zukunft – Nachhaltige Lebensmittelkette von den Rohstoffen bis zu den Verbrauchern“: EIT Food
Kolokationszentren: CLC Zentral: München (Deutschland, Niederlande); CLC Nord-West: London (Großbritannien, Irland, Island); CLC West:  Brüssel oder Königliche Universität Löwen (Belgien, Frankreich, Schweiz); CLC Nord-Ost: Warschau (Polen, Finnland); CLC Süd: Madrid (Spanien, Italien, Israel)

KICs von 2014

Das EIT hat am 11. Dezember 2014 die Auswahl der beiden neuen KICs bekannt gegeben. An beiden Konsortien sind namhafte deutsche Organisationen aus Bildung, Forschung und der Wirtschaft beteiligt. Beide KICs sind nun operativ. Für sie stehen bis 2020 jeweils bis zu 240 Millionen Euro an EU-Fördermitteln zu Verfügung.

Themenfeld "Innovation für gesundes Leben und aktives Altern": EIT Health
Kolokationszentren: London (UK/Irland), Stockholm (Skandinavien), Barcelona (Spanien), Paris (Frankreich), Heidelberg (Deutschland), Rotterdam (Belgien-Niederlande)

Themenfeld "Rohstoffe – nachhaltige Erkundung, Gewinnung, Verarbeitung, Verwertung und Substitution": EIT Raw Materials
Kolokationszentren: Ostseeregion (Espoo, Finnland), Zentraleuropa (Metz, Frankreich), Osteuropa (Wroclaw, Polen), Nordeuropa (Luleå, Schweden), Südeuropa (Rom, Italien), Westeuropa (Leuven, Belgien)

KICs von 2009

Die ersten durch das EIT geförderten KICs wurden am 17. Dezember 2009 bekanntgegeben und haben im Frühjahr 2010, noch unter FP7, ihre Arbeit aufgenommen.

Themenfeld nachhaltige Energie: KIC InnoEnergy
Kolokationszentren: Baden-Württemberg, Grenoble, Barcelona, Eindhoven-Leuven, Stockholm

Themenfeld Klimawandel - Anpassung und Vermeidung: Climate-KIC
Kolokationszentren: London, Zürich, Großraum Berlin, Großraum Paris, Randstad

Themenfeld nächste Generation der Informations- und Kommunikationsgesellschaft: EIT Digital 
Kolokationszentren: Stockholm, Helsinki, Berlin, Paris, Eindhoven