Zusammenarbeit Forschung und Innovation in Makroregionen

Bunte Holzwürfel auf einem bunten Fadennetz

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Zur Vollendung des Europäischen Forschungsraums (EFR) werden eine Vielzahl von Aktivitäten, Programmen und Strategien zusammengefasst, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Innovation zu fördern. Wissenschaft und Unternehmen sollen verstärkt kooperieren, um Potenziale in Europa besser auszuschöpfen, Synergien zwischen Initiativen zu nutzen und damit die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken und gesellschaftlichen Herausforderungen effektiv zu begegnen.

Mit den EU-Strategien für den Ostseeraum und die Donauregion hat Europa zwei große Initiativen angestoßen, um diese Ziele im Kontext der spezifischen Herausforderungen in so genannten "Makroregionen" umzusetzen. Mit Blick auf eine wirksamere Entwicklung der Region sollen die Maßnahmen von Mitgliedstaaten, Regionen und Gemeinden, EU, Organisationen der Makroregion, Finanzinstituten und Nichtregierungsorganisationen transnational koordiniert werden, ohne neue Strukturen, Rechtsrahmen oder Förderprogramme zu schaffen. Durch eine effektive Steuerung ("Governance") sollen die Synergien von Programmen der ESIF, insbesondere der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (INTERREG), der Nachbarschaftspolitik (European Neighbourhood and Partnership Instrument - ENPI), der Gemeinsamen Programmplanung und anderer Instrumente voll ausgeschöpft werden. Wichtige Beiträge leisten hierbei auch Maßnahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, beispielsweise mit dem Netzwerkprojekt zum Politikdialog in der Donauregion (DANUBE-INCO.Net), Horizont 2020 mit den Maßnahmen zur "Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligung" sowie nationale Initiativen, wie der so genannte "Ulmprozess" zur Intensivierung der Forschungszusammenarbeit in der Donauregion, in dessen Rahmen bi- und multilaterale Vernetzungsprojekte gefördert werden.


Aktuelles

  • Politikempfehlungen zur Förderung der Teilnahme von Akteuren aus der Donauregion an Horizont 2020 veröffentlicht

    Am 23. April 2015 fand in Kiew, Ukraine, der zweite von drei Politikdialog-Workshops des Danube-INCO.NET statt. Die teilnehmenden Akteurinnen und Akteure aus Forschung und Innovation diskutierten Maßnahmen zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums und der Innovationsunion.

    Die nun veröffentlichten Empfehlungen geben Anregungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, wie sie günstige Rahmenbedingungen für eine starke Beteiligung von nationalen FuE-Akteuren – insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten – an Horizont 2020 und anderen FuE-Programme schaffen können. Die Empfehlungen beinhalten Maßnahmen zur stärkeren strategischen Einflussnahme auf die Programmausrichtung von Horizont 2020, strukturelle Maßnahmen zugunsten effizienterer Nationaler Kontaktstellensysteme sowie Steuerungsaspekte zur Mobilisierung von FuE-Akteuren zur Teilnahme an Horizont 2020. Ziel ist die Erhöhung der nationalen FuE-Leistung zur Unterstützung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft mit größtmöglichem Nutzen für die Gesellschaft.

    Ein dritter Workshop wird im Frühling 2016 in Chisinau, Republik Moldawien, zum Thema "Maßnahmen zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz nationaler Forschungs- und Innovationssysteme in der Donauregion" durchgeführt.

  • EU-Kohäsionspolitik (INTERREG): EU investiert 134 Mio. EUR in die Förderung der Zusammenarbeit im nördlichen deutsch-polnischen Grenzgebiet

    Die Europäische Kommission hat das neue grenzübergreifende Kooperationsprogramm ("Interreg") "Deutschland/Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg-Polen" angenommen, das mit 157,6 Mio. EUR ausgestattet ist; davon werden mehr als 134 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereitgestellt. Insgesamt werden im Zeitraum 2014-2020 drei grenzübergreifende Kooperationsprogramme für das deutsch-polnische Grenzgebiet mit EU-Regionalfondsmitteln unterstützt.

    Laut Corina Crețu, EU-Kommisarin für Regionalpolitik ermöglichen die Investitionen den Ausbau der grenzübergreifenden Kooperation zwischen Deutschland und Polen. Es werden gemeinsame Herausforderungen und Chancen erkannt und auf passende Ziele zugearbeitet. Beispielsweise die Zusammenarbeit der Behörden zum Abbau von sprachlichen und soziokulturellen Barrieren. Weiterhin sollen die grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen oder gemeinsame Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen verbessert werden, um langfristig und nachhaltig für eine Steigerung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten der Grenze zu sorgen.

  • EU-Kohäsionspolitik (INTERREG): Mehr als 100 Mio. EUR zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland, Litauen, Polen und Schweden über die Seegrenzen hinweg

    Die Europäische Kommission hat das neue Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der südlichen Ostsee ("Interreg") zwischen den Küstengebieten Dänemarks, Deutschlands, Litauens, Polens und Schwedens angenommen. Das Programm ist mit 102 Mio. EUR ausgestattet, davon 83 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

    In diesem Programm wird sich auf Umweltmaßnahmen konzentriert. Die Investitionen fließen in die Verringerung von Schadstoffeinleitungen in die Ostsee, um den Schutz des Natur- und Kulturerbes zu gewährleisten und einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen. Weiterhin werden aber auch KMU in ihrer Entwicklung, Internationalität und grenzüberschreitenden Arbeitskräftemobilität gefördert. Auch zu umweltverträglicheren Verkehrsdienstleistungen und zur besseren Anbindung des südlichen Ostseeraums soll ein Beitrag geleistet werden. Diese Maßnahmen werden durch die Förderung einer besseren Kooperationsfähigkeit der lokalen Akteure durch Beteiligung an grenzübergreifenden Netzwerken ergänzt.

  • EU-Kohäsionspolitik (INTERREG): Über 39 Millionen Euro für engere Zusammenarbeit im Grenzgebiet Deutschland, Schweiz, Österreich, Schweiz und Liechtenstein

    Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Beschäftigung und Bildung zu erhöhen, auch durch Investitionen in Forschung und Innovation, sind die Ziele des länderübergreifenden Kooperationsprogramms, das die Europäische Kommission im Dezember 2014 beschlossen hat. Damit sollen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in der Grenzregion verbessert werden.

    Fragen und Antworten zu den ESI-Fonds 2014-2020

    Quelle: Europäische Kommission – GD Regio