Projektbeispiel 'Erfolgreich integriert. Genderaspekte in Forschungsprojekten': SILNE-R - Enhancing the effectiveness of programs and strategies to prevent youth smoking

Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen

SILNE-R analysiert unterschiedliche Tabakkontrollpolitiken in sieben europäischen Ländern auf nationaler, lokaler und schulischer Ebene. Tabakkontrollpolitiken beinhalten eine breite Palette an Maßnahmen, wie etwa öffentliche Rauchverbote, Tabaksteuern, Tabakwerbeverbote am Verkaufsort oder Warnhinweise und Schockbilder auf Tabakprodukten. Professor Matthias Richter, Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie (IMS) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, leitet den Projektteil zur Implementierung und Wirkung von Tabakkontrollpolitiken auf lokaler Ebene. Das IMS ist zudem für die Erhebung der deutschen Daten für die nationale und schulische Ebene verantwortlich.

Das Gesamtprojekt stellt Hinweise zur Verfügung, wie und warum Tabakkontrollpolitiken wirken und das Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Hierbei sind im Besonderen das Geschlecht, das soziale Netzwerk, der familiäre Hintergrund und der sozioökonomische Status von Interesse.

Die Einführungen von Tabakkontrollpolitiken an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten werden in diesen sieben europäischen Ländern verglichen: Finnland, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Irland, Italien und Portugal. Es werden unter anderem eine Umfrage unter etwa 20.000 Schülerinnen und Schülern und qualitative Fokusgruppen mit 15-jährigen Jungen und Mädchen an Schulen aus einer für das jeweilige Land repräsentativen Stadt durchgeführt. Für Deutschland wurde Hannover ausgewählt, da die niedersächsische Landeshauptstadt als "durchschnittliche deutsche Stadt" bezüglich des Einkommens, des Migrantenanteils und der Arbeitslosenquote gilt.

Unter Leitung von Professorin Amanda Amos (University of Edinburgh) werden zudem 56 Fokusgruppen von 15-Jährigen in den sieben Städten durchgeführt. Die Gruppen werden einheitlich nach Geschlecht, d. h. homogene Jungen- und Mädchengruppen, aufgeteilt, da verschiedene Studien gezeigt haben, dass das Geschlecht einen entscheidenden Einfluss auf das Rauchverhalten von Jugendlichen hat. Es werden Erfahrungen und Einstellungen zum Rauchen in der Gruppe diskutiert, um ein tiefgründiges Verständnis über Faktoren zu erlangen, die das Rauchverhalten von 15-jährigen Jungen und Mädchen beeinflussen.

Diese Daten werden SILNE-R mit einem grundlegenden Verständnis über den sozialen Kontext und geschlechterspezifische Rauchgewohnheiten versorgen. Vor allem für Mädchen mit geringem sozioökonomischem Status sollen für die Zukunft gezieltere Maßnahmen entwickelt werden.

 


Daten zum Projekt

 

< Zurück zur Übersicht