Projektbeispiel 'Europäische Karrieren. Forscherinnen in Horizont-2020-Projekten': Prof. Dr. Karin Lochte

Polarforschung verbindet Europa

Worum geht es in dem Projekt "EU PolarNet"?

EU PolarNet ist eine Coordination and Support Action, um die Forschungsagenda der Europäischen Kommission (EC) zu strukturieren. Der Titel "EU PolarNet – Connecting Science with Society" zeigt, dass gesellschaftliche Herausforderungen in den Polarregionen im Fokus stehen. Im Dialog mit Politik, Industrie, indigener Bevölkerung und Wissenschaft sollen die wichtigsten Forschungsfragen erarbeitet werden. Das Projekt läuft über 5 Jahre und hat Mitglieder aus 17 Ländern; 22 große europäische Forschungsinstitutionen sind beteiligt. Ziel ist es, eine europäische Polarforschungsagenda aufzustellen.

Was bringt Ihnen das Projekt als Wissenschaftlerin?

Da die wichtigsten Polarforschungsinstitutionen Europas einbezogen sind, bildet sich ein enges Netzwerk und man lernt alle relevanten Personen kennen. Ich bin fasziniert, wie schnell und effektiv dieses Netzwerk auf kurzfristige Anfragen reagieren kann. Zweitens, durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fächer und die Diskussionen mit den Stakeholdern erfährt man eine große Erweiterung des Themenspektrums. Die komplexen Themen können nicht durch Einzeluntersuchungen gelöst werden, sondern man braucht die gesamte Breite der Expertisen.

Welchen Tipp geben Sie Wissenschaftlerinnen, die sich an einem Horizont-2020-Projekt beteiligen möchten?

Horizont-2020-Projekte sind administrativ sehr anstrengend. Wichtigster Hinweis ist, dass man sich von versierten Kollegeninnen und Kollegen gut beraten lassen sollte und dass man Hilfe beim administrativen Teil des Projektes braucht. In vielen Institutionen gibt es EU-Projektunterstützung, die man nutzen sollte.

Da man sich auf neue und nicht immer leichte Projektpartnerinnen und -partner einstellen muss, braucht man Geduld und Durchhaltevermögen. Oft stellt man am Ende fest, dass man gerade durch die schwierigsten Kooperationen das meiste gelernt hat.

Man sollte sich nur bei solchen Projekten engagieren, die für die eigene Arbeit von Vorteil sind. Es hat keinen Zweck sich auf Projekte einzulassen, die nur randlich zur eigenen Arbeit passen. Meist kostet es mehr Zeit und Mittel als man zunächst erwartet hat.

 


Daten zum Projekt

 

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