Projektbeispiel 'Institutioneller Wandel für gleiche Chancen': GENERA

Physik und Chancengleichheit

Worum geht es in dem Projekt "GENERA"?

GENERA (Gender Equality Network in Physics in the European Research Area) ist aus der Idee heraus entstanden, dass maßgebliche Institutionen einer Wissenschaftsgemeinschaft (hier Physik) mit Expertinnen und Experten für den strukturellen und institutionellen Wandel das Thema Gleichstellung in der Wissenschaft gemeinsam adressieren.

Aus der Fachdisziplin/-kultur kommend, will GENERA den beteiligten Institutionen bei der Umsetzung von modernen Gleichstellungsmaßnahmen und -plänen Unterstützung bieten; traditionell ist das Thema eher von Verwaltungen besetzt. Mit einem Best-Practice-Ansatz wollen wir voneinander lernen und unter anderem kulturelle Unterschiede in Europa herausarbeiten, um gemeinsam die Gleichstellung in der Physik zu verbessern.

Die Physik erschien uns naheliegend, da dort Frauen traditionell unterrepräsentiert und Führungspositionen überwiegend von Männern besetzt sind. Außerdem ist der Grad der internationalen Vernetzung sehr hoch, sodass wir das Thema Gleichstellung als festen Bestandteil der internationalen Zusammenarbeit in der Physik etablieren wollen.

Wie entstand die Projektidee?

Meine Arbeitsgruppe hat sich in den letzten zehn Jahren in der europäischen Vernetzung in der Wissenschaft einen Namen gemacht. Über Workshops, die im Rahmen des ebenfalls EU-geförderten Projekts VERA (Forward Visions on the European Research Area) veranstaltet wurden, sind wir in Kontakt gekommen mit Expertinnen zu Gleichstellungsfragen. Wir haben dann festgestellt, dass Frauen nicht gleichförmig über die einzelnen Bereiche der Physik verteilt sind, es sogar Felder gibt, die von Frauen dominiert sind, so beispielsweise die Suche nach dunkler Materie im Universum. Außerdem gibt es Beispiele, die belegen, dass gemischte Teams wissenschaftlich performanter sind. Das hat uns sehr motiviert, das GENERA-Projekt anzugehen.

Worin zeigt sich der viel zitierte Europäische Mehrwert in Ihrem Projekt?

In der Wissenschaft gibt es europaweit bzw. weltweit den Wettbewerb um die klügsten Köpfe. Der Blick über die nationalen Grenzen hinaus soll uns helfen, kulturelle Unterschiede zu identifizieren und gemeinsam voneinander zu lernen. Über das konzertierte Vorgehen bei der Gleichstellung wollen wir zu einem Angleichen der Verhältnisse kommen, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa erfolgreicher zu gestalten.

 


Daten zum Projekt

 

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