Projektbeispiel 'Erfolgreich integriert. Genderaspekte in Forschungsprojekten': EuroMix

Gesundheitliches Risiko von Stoffgemischen besser bewerten

Jeden Tag nehmen wir eine Vielzahl an Stoffen über unterschiedliche Wege auf: über Lebensmittel, die Atemluft oder über die Haut durch Cremes, Deos oder unsere Kleidung. Wie aber wirken diese Stoff-Cocktails im Menschen?

Verstärkt sich die Wirkung der Stoffe gegenseitig oder schwächt sie sich ab? Welchen Einfluss haben unterschiedliche Lebensgewohnheiten von Frauen, Männern, Kindern, Schwangeren, Kranken oder Senioren? Sind Verbraucherinnen und Verbraucher, die häufiger Obst und Gemüse essen oder mehr Hautpflegeprodukte oder Putzmittel nutzen, stärker bestimmten Stoffgemischen ausgesetzt als andere? Bislang ist die Bewertung des gesundheitlichen Risikos durch Stoffgemische generell schwierig, denn in der Regel gibt es nur toxikologische Daten für die Einzelsubstanzen.

Hier will das Projekt EuroMix (European Test and Risk Assessment Strategies for Mixtures) Abhilfe schaffen. In dem europäischen Forschungsprojekt sollen Strategien und Prüfrichtlinien entwickelt werden, die unter Berücksichtigung der Lebenssituation und Genderaspekte eine toxikologische Gesundheitsbewertung des Stoff-Cocktails, den wir täglich aufnehmen, ermöglichen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung ist an der Entwicklung einer experimentellen Test-Strategie beteiligt, um die Toxizität (Giftigkeit) von Gemischen verschiedener toxikologisch relevanter Stoffe unter besonderer Berücksichtigung alternativer Prüfmethoden besser zu bestimmen. Die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen dieser Stoffgemische werden in neue computergestützte Modelle für die Berechnung der Risiken einfließen, die verschiedene sogenannte Expositionsszenarien, Lebensumstände und Geschlechterunterschiede berücksichtigen.

Im EuroMix-Konsortium engagieren sich insgesamt 26 wissenschaftliche Einrichtungen aus 15 EU-Ländern. Das Projekt ist besonders relevant für den Verbraucherschutz, da die Toxizität von Gemischen bei der gesundheitlichen Risikobewertung bisher noch nicht angemessen berücksichtigt wurde. Die Genderaspekte im Projekt werden von dem niederländischen Projektkoordinator RIVM (National Institute for Public Health and the Environment) bearbeitet.

 


Daten zum Projekt

 

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