Eurydice - Das europäische Informationsnetzwerk

Eine junge Frau sitzt in einer Bibliothek und liest in einem Buch.

Eurydice bereitet allgemeine Informationen über die nationalen Bildungssysteme in Europa von der frühkindlichen Bildung und Betreuung bis zur Erwachsenenbildung auf und stellt sie in Publikationen und nationalen Beschreibungen allen Interessierten, insbesondere bildungspolitischen Entscheidungsträgern, zur Verfügung. Eurydice umfasst Beschreibungen der Bildungssysteme aus 37 europäischen Ländern, vergleichende Analysen zu spezifischen Themen, Indikatoren und Statistiken.

"Eurydice" – Das Bildungswesen in Europa verstehen

Die Bildungssysteme in Europa sind sehr unterschiedlich. Da jedoch die europäische Kooperation im Bildungsbereich ebenso wie die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger in Europa zunimmt, wird es immer wichtiger zu verstehen, wie die Bildungs- und Ausbildungssysteme unserer Nachbarn organisiert sind und funktionieren. Eurydice hat die Aufgabe "den Verantwortlichen für die Bildungssysteme und Bildungspolitiken in Europa europaweite Analysen und Informationen bereitzustellen, die sie in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen." Eurydice bietet aus diesem Grund mit verschiedenen Publikationen und ausführlichen nationalen Beschreibungen einen umfassenden Überblick über die europäische Bildungslandschaft:

  • Zu den Veröffentlichungen gehören vergleichende thematische Berichte zu spezifischen Themen die von gemeinschaftlichem Interesse sind (z. B. Erwachsenenbildung, Modernisierung der Hochschulbildung), Berichte mit einem Schwerpunkt auf Indikatoren und Statistiken (z. B. frühkindliche Bildung und Betreuung) und Veröffentlichungen, bei denen Zahlen und Fakten im Bereich Bildung knapp und konzentriert aufbereitet werden (z. B. nationale Bildungsstrukturen, Schul- und akademische Kalender, Vergleiche von Lehrergehältern und Unterrichtszeiten während der Pflichtschulzeit).
    • Siehe hierzu die Seite "Publications" auf der Eurydice Homepage
  • Detaillierte Beschreibungen und Übersichten über die einzelnen nationalen Bildungssysteme werden als eine Art europäische Enzyklopädie zu nationalen Bildungssystemen auf der Eurydice Homepage ebenfalls zur Verfügung gestellt. Diese sehr umfassende Darstellung von Bildungssystemen und -reformen in Europa kann länderweise oder themenspezifisch dargestellt werden. Die Darstellung der nationalen Bildungssysteme wird regelmäßig durch die nationalen Eurydice Stellen aktualisiert und umfasst 41 Bildungssysteme innerhalb 37 Länder. Eine Unterteilung in 14 Kapitel ermöglicht Lesefreundlichkeit.
    • Siehe hierzu die Seite "Countries" auf der Eurydice Homepage.
  • Wer zu spezifischen Bildungsthemen Informationen bzw. Veröffentlichungen sucht, wird auf der Eurydice Homepage ebenfalls fündig. Insgesamt stehen 49 Themen (z. B. Zugang, Schlüsselkompetenzen, Gender) zur Verfügung, die mit entsprechenden Publikationen verknüpft sind.
    • Siehe hierzu die Seite "Topics" auf der Eurydice Homepage.

Die Veröffentlichungen von Eurydice bilden aktuelle Entwicklungen und Reformen in allen Ländern ab, die am Programm Erasmus+ beteiligt sind und berücksichtigen einschlägige Statistiken und Ergebnisse aus großen internationalen Studien wie PISA oder IGLUEurydice wurde 1980 von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten gegründet, um Informationen über die nationalen Bildungssysteme auszutauschen und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Das Arbeitsprogramm des Netzwerks orientiert sich an den Schwerpunkten des Strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2020 ("ET2020") und trägt zu seiner Umsetzung bei. Die Europa 2020-Strategie wird bei den Arbeitsschwerpunkten ebenfalls berücksichtigt.  

Das Eurydice-Netzwerk besteht aus:

  • Einer Koordinierungsstelle mit Sitz in Brüssel, die die Aktivitäten des Netzwerkes verknüpft und in der europäischen Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) angesiedelt ist;
  • 41 nationalen Kontaktstellen in den 37 Staaten, die am Programm Erasmus+ teilnehmen (alle 28 EU-Mitgliedstaaten, Bosnien und Herzegowina, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Liechtenstein, Montenegro, Norwegen, Schweiz, Serbien, und Türkei). Diese nationalen Eurydice-Kontaktstellen sammeln und analysieren Informationen und arbeiten eng mit den führenden Expertinnen und Experten im Bildungsbereich und den nationalen Ministerien zusammen;
  • Zwei nationalen Stellen in Deutschland, die die Erstellung der Eurydice-Publikationen koordinieren. Die nationale Stelle des Bundes ist im EU-Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beim Projektträger des DLR angesiedelt. Für die Länder koordiniert das Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) die Zusammenstellung der Informationen und Analysen.

Darüber hinaus arbeitet Eurydice eng mit verschiedenen europäischen und internationalen Organisationen zusammen, wie Eurostat, OECD oder CedefopEurydice ist eines der Instrumente zur Umsetzung der offenen Methode der Koordinierung in der Bildungspolitik der Europäischen Union. Die Arbeitsweise im Eurydice-Netzwerk ist vom Prinzip der Freiwilligkeit geprägt. Seit 2007 ist das Eurydice-Netz Teil des EU-Bildungsprogramms für Lebenslanges Lernen, im Rahmen dessen es zur Entwicklung der Bildungspolitik und Kooperation auf Europäischer Ebene beiträgt. Es wird seit 2014 im Programm Erasmus+ fortgeführt. Bei den jährlichen Treffen der nationalen Informationsstellen wird auf Vorschlag der Europäischen Kommission jeweils ein fortlaufendes, zweijähriges Arbeitsprogramm verabschiedet. Die Themenschwerpunkte orientieren sich am Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2020 ("ET2020"), der Europa 2020-Strategie und den von den europäischen Bildungsministerinnen und Bidungsministern festgelegten Prioritäten.