Wissenstransfer / Open Access

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

Zur Verwirklichung des EFR ist ein optimaler Austausch von Wissen unerlässlich. Um Forschung in Innovationen umzuwandeln, müssen Querverbindungen zwischen Forschung, Industrie und Bildung (Wissensdreieck), insbesondere der Wissenstransfer zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen und dem Privatsektor, gefördert werden. Eine zentrale Herausforderung liegt in der Verwirklichung des "offenen Zugangs" (Open Access) zu mit öffentlichen Mitteln geförderten wissenschaftlichen Publikationen/Daten.

Die Mitteilung "Eine verstärkte Partnerschaft im Europäischen Forschungsraum im Zeichen von Exzellenz und Wandel" vom Juli 2012 treibt die Entwicklung des Wissenstransfers voran. Spezifische Ziele der Mitteilung und der damit in Zusammenhang stehenden Empfehlung der Europäischen Kommission "Über den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und deren Bewahrung" sind die optimale Verbreitung, der Zugang zu sowie der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dieses Ziel soll bis 2014 durch Maßnahmen der Mitgliedstaaten, der Forschungseinrichtungen und der Kommission verwirklicht werden. So wird die Kommission Open Access für alle Projekte im Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 einführen und die Finanzierung von Projekten im Zusammenhang mit Open Access fortsetzen.

Die Mitgliedstaaten werden ersucht:

  • Strategien für den Zugang und die Verbreitung wissenschaftlicher Informationen und deren Bewahrung festzulegen und zu koordinieren;
  • Strategien zur Förderung des Wissenstransfers, der grenzübergreifenden gemeinsamen Nutzung von e-Infrastrukturen zu harmonisieren;
  • Strategien für elektronische Identitätsdienste für Forscher und Forscherinnen, die einen grenzüberschreitenden Zugang zu digitalen Diensten ermöglichen, umzusetzen.

Die Forschungsakteure sollen: 

  • Open-Access-Maßnahmen für Publikationen und Daten aus öffentlich finanzierter Forschung implementieren;
  • Strategische Partnerschaften zwischen den Hochschulen und der Industrie bilden, um eine optimale Verwertung der Forschungsergebnisse zu erreichen;
  • Die Anerkennung und Professionalisierung von Wissenstransfertätigkeiten verbessern und die Rolle der Wissenstransferbüros stärken.

Mit ihrer ebenfalls im Juli 2012 veröffentlichen Mitteilung "Verbesserung des Zugangs zu wissenschaftlichen Informationen: Steigerung der Wirkung öffentlicher Investitionen in die Forschung" möchte die Kommission einen breit angelegten, gerechten, und tragfähigen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen, die durch öffentliche Mittel zustande gekommen sind, erreichen. Für wissenschaftliche Kenntnisse, für die bereits öffentliche Mittel gezahlt worden sind, soll nicht bei jedem Zugriff oder jeder Verwendung erneut gezahlt werden. Laut Leitinitiative "Digitale Agenda" wird als Open Access "die allgemeine Verbreitung der Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung durch frei zugängliche Veröffentlichungen wissenschaftlicher Informationen und Schriften" verstanden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Informationen den europäischen Unternehmen, der Wissenschaft sowie den Bürgerinnen und Bürgern einen möglichst umfassenden Nutzen bringen.

Da der Großteil des Wissensaufbaus und -transfers über digitale Mittel erfolgt, müssen sämtliche Barrieren, die dem nahtlosen Online-Zugang zu digitalen Forschungsdienstleistungen, für die Zusammenarbeit, die Datenverarbeitung sowie den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen (e-Wissenschaft) und e-Infrastrukturen entgegenstehen, beseitigt werden.