Gleichstellungsaspekte (EFR-Priorität 4)

Eine Europakarte mit roten Stecknadeln, die in verschiedene Länder gepint sind.

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Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des Europäischen Forschungsraums lassen sich langfristig nur sichern, wenn die vorhandenen Potenziale in allen Bereichen voll ausgeschöpft werden. Europa hat die Ausweitung der Wissensgesellschaft zum Ziel. Unterrepräsentierte Gruppen, im Wissenschaftsbereich häufig Frauen, geraten damit stärker in den Blick. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Forschungs- und Innovationsansätze ohne die Berücksichtigung der Genderdimension vielfach unvollständig bleiben.

Ziele und Inhalte

Im Zentrum der EFR-Priorität 'Gleichstellung der Geschlechter und Berücksichtigung des Gleichstellungsaspektes' stellt die Europäische Kommission den Anspruch an sich und die Mitgliedstaaten, im Wissenschaftsbereich noch mehr Anreize dafür zu schaffen, dass geschlechterspezifische Hindernisse bei Einstellung, Beschäftigungserhalt und Laufbahnentwicklung europaweit abgebaut werden. Außerdem gilt es, auf eine gerechte Geschlechterverteilung in Entscheidungsprozessen und -gremien der europäischen Forschungsorganisationen hinzuwirken. Zielgröße aus Sicht der Europäischen Kommission ist die Mitwirkung von mindestens 40 % des jeweils unterrepräsentierten Geschlechts in Gremien, die an Einstellungen und Laufbahnentwicklungen sowie der Aufstellung und Bewertung von Forschungsprogrammen beteiligt sind. Außerdem soll die Geschlechterdimension in nationalen und europäischen Forschungsprogrammen und -projekten zukünftig prominenter berücksichtigt werden.

In der ERA Roadmap 2015 - 2020  haben sich die Mitgliedstaaten auf folgenden Schwerpunkt geeinigt: Umsetzung der nationalen Rechtsvorschriften zur Gleichstellung in wirksame Maßnahmen zur Behebung von geschlechtsspezifischen Ungleichgewichten in Forschungseinrichtungen und Entscheidungsgremien sowie bessere Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Dimension in die Maßnahmen, Programme und Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung.

Maßnahmen

Die Roadmap der EFR-Strategie der Bundesregierung 2014 sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Gewährleistung chancengerechter Organisationsstrukturen und Prozesse.
  • Fortführung des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder.
  • Stärkere Verankerung der Genderdimension in nationalen und europäischen Forschungsprogrammen.
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unter Genderaspekten.
  • Fortführung und Ausbau der Programme und Initiativen der Wissenschaftsorganisationen zur Förderung der Gleichstellung.