Arbeitsmarkt für Forschende

Forschermobilität und Laufbahnentwicklung

Die europäischen Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission treten in eine neue langfristige Partnerschaft ein um sicherzustellen, dass auch in Zukunft genügend Forschungspersonal zur Verfügung steht. Gemeinsame vorrangige Maßnahmen und die Beseitigung bestehender Hindernisse sollen die EU zu einem attraktiveren Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher machen und die Mobilität der Forschenden zwischen Ländern und Forschungseinrichtungen sowie zwischen Wirtschaft und akademischer Forschung verbessern.

Hintergrund

Ausgangspunkt für eine europäische Partnerschaft für Forscherinnen und Forscher ist die „Europäische Charta für Forscher / Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschern“ (The European Charter for Researchers. The Code of Conduct for the Recruitment) vom 11. März 2005. Hauptmaßnahmenbereiche sind die systematische Öffnung von Einstellungsverfahren für alle europäischen Bewerberinnen und Bewerber, die Verbesserung der sozialen Absicherung und Altersversorgung für mobile Forschende, faire Einstellungs- und Arbeitsbedingungen sowie die Anpassung der Kenntnisse und Fähigkeiten von Forscherinnen und Forschern an aktuelle Anforderungen. Der Rat Wettbewerbsfähigkeit begrüßte in seinen Schlussfolgerungen zu Humanressourcen im Bereich FuE vom 18. April 2005 Charta und Verhaltenskodex und unterstützte deren Umsetzung.

 

Eine Europäische Partnerschaft für Forscherinnen und Forscher - Verlauf

Im Zuge der Diskussionen um den Europäischen Forschungsraum wurde das Thema vertieft aufgegriffen. Die Mitteilung der Kommission "Bessere Karrieremöglichkeiten und mehr Mobilität: Eine Europäische Partnerschaft für die Forscher"  vom 23. Mai 2008 bildet die Grundlage einer der fünf EFR-Initiativen und ist als sogenannte „Fünfte Freiheit“ ein zentrales Element zur Realisierung des Europäischen Forschungsraums. Eine Ratschlussfolgerung vom 26. September 2008  beinhaltet die Verpflichtung der Mitgliedstaaten, des Rates und der Kommission zur Definition gemeinsamer Ziele bis zum Jahr 2010. Die EU-Kommission forderte die Mitgliedstaaten zudem auf, Nationale Aktionspläne zu entwickeln, die den jährlichen Fortschritt in den jeweiligen Maßnahmenbereichen dokumentieren.

Der deutsche Beitrag zur „Europäischen Partnerschaft für die Forscher: Bessere Karrieremöglichkeiten und mehr Mobilität“ wurde im November 2010 erstellt und fasst den Stand der bereits getroffenen Maßnahmen auf nationaler Ebene zusammen. Zentrale Themen im Bereich der Forschermobilität sind soziale Absicherung und Renten für Forschende. In diesem Zusammenhang wird die Einführung eines „Pan-European Pension Fund for Researchers“ diskutiert. Die Kommission hat hierzu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.Zudem befasste sich eine „Steering Group on Human Resources and Mobility - SGHRM" mit folgenden Themen:

• Arbeitsbedingungen von Forschenden (inkl. offene Einstellungsverfahren und Übertragbarkeit von Rentenansprüchen)

• Training und Fähigkeiten von Forschenden – Beziehung Wissenschaft – Industrie

• Monitoring und Indikatoren

 

Aktuell: Mitteilung der Europäischen Kommission vom 17. Juli 2012

Die Mitteilung der Europäischen Kommission „Eine verstärkte Partnerschaft im Europäischen Forschungsraum im Zeichen von Exzellenz und Wachstum“ bündelt nun im Bereich 2.3 „Ein offener Arbeitsmarkt für Forscherinnen und Forscher“ durch die oben skizzierten Vorarbeiten konkrete Vorschläge für Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für Kommission, EU-Mitgliedstaaten und Akteure der europäischen Wissenschaftslandschaft insbesondere in den folgenden Bereichen:

1. Offene, leistungsbezogenen und transparente Einstellungsverfahren, 

2. Verbesserung der Ausbildung, Fähigkeiten und Erfahrung der Forscherinnen und Forscher und Verstärkung der Mobilität zwischen öffentlicher Forschung und Wirtschaft,

3. europaweite Übertragbarkeit von nationalen Grants und Stipendien,

4. Attraktive und die Chancengleichheit fördernde Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen und

5. Vereinheitlichung der Regeln für Sozialversicherung und zusätzliche Altersversorgung mobiler Forscherinnen und Forscher auf europäischer Ebene.

 

Aktuell

Europäische Kommission veröffentlicht Mitteilung zum Europäischen Forschungsraum - Relevanz auch für den Bereich Arbeitmarkt für Forscher/innen weiter

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