Hintergrundinformationen

Eine sprühende Wunderkerze im Vordergrund und eine EU-Flagge im Hintergrund

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In den Ratsschlussfolgerungen vom März 2011 zur Zwischenevaluierung zum 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (November 2010) forderten die EU-Mitgliedstaaten die EU-Kommission auf, die im Evaluierungsbericht festgestellte niedrige Beteiligung einiger Mitgliedstaaten am Rahmenprogramm genauer unter die Lupe zu nehmen. Parallel hat Deutschland mit einer vom BMBF in Auftrag gegebenen Studie des Fraunhofer Mittel- und Osteuropazentrums (MOEZ) einen Beitrag zu einer fundierten Analyse der Beteiligung der Mitgliedstaaten am Rahmenprogramm geleistet. Sie zeigt, dass eine gute Beteiligung durch eine Kombination mehrerer Erfolgsfaktoren bedingt ist und maßgeblich von der Ausgestaltung der nationalen Forschungs- und Innovationssysteme abhängt. Wesentliche Faktoren für eine erfolgreiche Beteiligung am Forschungsrahmenprogramm sind

  • strukturelle Voraussetzungen wie eine gute finanzielle Grundausstattung vor allem der Forscher selbst, aber auch der Universitäten und Forschungseinrichtungen,
  • wissenschaftliche Exzellenz,
  • der Grad der Vernetzung von Einrichtungen sowie deren Managementkapazitäten
  • vorangegangene Erfahrungen in der Beteiligung an internationalen Programmen.

Die meisten mittel- und osteuropäischen Staaten haben in vielen der untersuchten Aspekte Nachholbedarf. Allerdings weist jeder einzelne Staat spezifische Stärken auf, die es zu nutzen gilt; Estland und Slowenien gehören sogar bereits zur Gruppe der erfolgreichen EU-Mitgliedstaaten, die – gemessen an ihrer Größe – eine höhere Beteiligung aufweisen können als die "alten" Mitgliedstaaten im Durchschnitt.

Mit dem neuen Rahmen zum Europäischen Forschungsraum (EFR-Rahmen) unterstützt die EU unter anderem die Entwicklung effektiverer nationaler Forschungssysteme (Priorität 1 des EFR-Rahmens). Durch größere Offenheit der Systeme, mehr Wettbewerb in der Zuweisung von Forschungsmitteln und engere Zusammenarbeit der Akteure in den Forschungssystemen soll die Leistungsfähigkeit Europas als Ganzes in Forschung und Innovation steigen.
Der angestrebte Reformprozess in den einzelnen Staaten soll mit der Förderung spezifischer Maßnahmen im Rahmen von Horizont 2020 zur "Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligung" maßgeblich unterstützt werden.